Aktueller Einsatzzyklus seit 15. Februar 2020: 276 Überlebende können in Pozzallo an Land gehen

Zusammenfassung

Die Crew der Ocean Viking hat vergangene Woche in drei Rettungseinsätzen 276 (korrigierte Anzahl) Menschen,  darunter 22 Frauen und 64 Minderjährige, davon die meisten ohne Begleitung eines Erwachsene, im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet. Am Sonntag konnten alle Überlebende in Pozzallo, Sizilien, erfolgreich an Land gehen. Die Crew plant, ihren Einsatz schnell fortzusetzen. Sie befindet sich aktuell außerhalb des Hafens von Pozzallo vor Anker und leistet einer Entscheidung der italienischen Behörden Folge. Diese haben eine Quarantänemaßnahme für das Schiff und die Crew angeordnet. Die italienischen Behörden sagen, dies sei eine Vorsichtsmaßnahme als Antwort auf den COVID-19 Ausbruch.

Chronologie

15. Februar 2020: Die Ocean Viking nimmt nach zwei Wochen Port Call in Marseille wieder Kurs auf das zentrale Mittelmeer, um ihren lebensrettenden Einsatz fortzuführen.

17. Februar 2020: Um Mitternacht erreicht die Crew der Ocean Viking die libysche Such- und Rettungszone.

18. Februar 2020: Um 7:30 Uhr entdeckt die Crew der Ocean Viking den ersten Seenotfall. Ein gefährlich überbesetztes, nicht hochseetaugliches Holzboot wird 71 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt lokalisiert. Der Einsatz dauert eine Stunde. Um 8:54 Uhr befinden sich alle 84 Überlebende sicher an Bord der Ocean Viking.

Am Nachmittag erfolgt ein zweiter Rettungseinsatz.  Die Crew der Ocean Viking entdeckt 37 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt um 15:45 Uhr ein Schlauchboot in Seenot. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen droht das Schlauchboot zusammenzufallen. Um 17:38 Uhr ist der Einsatz beendet und weitere 98 Überlebende können sicher an Bord der Ocean Viking aufgenommen werden.

19. Februar 2020: Ein dritter Einsatz erfolgt in weniger als 48 Stunden. Unter schwierigen Bedingungen mit bis zu 2,5 Meter hohen Wellen können um 12:45 Uhr in der Nähe der Sabratha-Ölplattform weitere 92 Menschen sicher an Bord der Ocean Viking gebracht werden. Unter den Überlebenden befinden sich 28 Minderjährige und 21 Frauen.

Am Nachmittag werden die libyschen Seefahrtsbehörden für eine Zuweisung eines sicheren Hafens kontaktiert.

In Abwesenheit einer Antwort von den libyschen Seefahrtsbehörden, wendet sich die Crew am Abend an die maltesischen und italienischen Rettungsleitstellen für Hilfe bei der Erleichterung einer raschen Ausschiffung.

22. Februar 2020: Am Abend wird dem Rettungsschiff dann ein sicherer Hafen in Pozzallo zugewiesen.

23. Februar 2020: Alle 276 Überlebende können sicher in Pozzallo an Land gehen.

Die Crew plant, ihren Einsatz schnell fortzusetzen. Sie befindet sich aktuell außerhalb des Hafens von Pozzallo vor Anker und leistet einer Entscheidung der italienischen Behörden Folge. Diese haben  eine Quarantänemaßnahme für das Schiff und die Crew angeordnet. Die italienischen Behörden sagen, dies sei eine Vorsichtsmaßnahme als Antwort auf den COVID-19 Ausbruch. SOS MEDITERRANEE hat  Verständnis für die Entscheidung der italienischen Behörden und erkennt diese als eine Vorsichtsmaßnahme im Rahmen außerordentlicher Maßnahmen zur öffentlichen Gesundheit in Italien an. SOS MEDITERRANEE stellt aber fest, dass bislang keine anderen Schiffe oder Flugzeuge im Land gemeldet wurden, die von Zwangsquarantänemaßnahmen betroffen sind. Die Entscheidung darf also nicht als Vorwand dienen, um die Ocean Viking daran zu hindern, ihren lebensrettenden Einsatz im zentralen Mittelmeer fortzusetzen.


Weitere Informationen

Es befindet sich aktuell ein Nachrichtenkorrespondent der Deutschen Welle mit an Bord der Ocean Viking, der live berichtet.

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Fotonachweis (Beitragsbild): Anthony Jean/ SOS MEDITERRANEE