Aktueller Einsatzzyklus seit 22. Januar 2020: in fünf Einsätzen Gerettete gehen in Tarent an Land

Zusammenfassung

Nachdem die Ocean Viking am 21. Januar 2020 39 Überlebende in Pozzallo (Sizilien) an Land gebracht hat, nahm sie am darauffolgenden Tag wieder Kurs auf das zentrale Mittelmeer. Dort kamen unsere Teams in den vergangenen Tagen in weniger als 72 Stunden fünf Booten in Seenot mit insgesamt 407 Menschen zur Hilfe. Die Einsätze fanden alle nachts und unter schwierigen Umständen statt. Unter den Überlebenden befinden sich 255 Erwachsene, 152 Minderjährige, davon 132 ohne Begleitung von Angehörigen. Auch 12 schwangere Frauen befinden sich unter den geretteten Personen an Bord.

Chronologie

22. Januar 2020: Die Ocean Viking nimmt von Pozzallo (Sizilien) Kurs zurück auf das zentrale Mittelmeer.

24. Januar 2020: 92 Menschen werden 30 Seemeilen vor Libyen aus einem Schlauchboot gerettet, darunter schwangere Frauen und Kleinkinder. Viele der Überlebenden sind unterkühlt, mit Benzin getränkt, extrem schwach und seekrank.

https://twitter.com/SOSMedGermany/status/1220628936343859201

25. Januar 2020: Vor Sonnenaufgang können unsere Teams 59 Menschen aus einem kleinen Holzboot in Seenot retten. In der Nacht können weitere 72 Menschen aus einem höchst instabilen, stark geneigten und überbesetzten Holzboot in der maltesischen Rettungszone gerettet werden. Nach diesem kritischen Einsatz befinden sich nun 223 Menschen sicher an Bord der Ocean Viking. An diesem Tag werden insgesamt sechs Seenotfälle im zentralen Mittelmeer gemeldet.

https://twitter.com/SOSMedGermany/status/1221173012352978944

In der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 2020: In zwei weiteren Einsätzen retten die Teams der Ocean Viking 184 Männer, Frauen und Kinder von zwei Schlauchbooten: 102 Menschen werden 80 Seemeilen vor Libyen und 82 Menschen werden in der maltesischen SAR-Zone gerettet. Damit befinden sich nun insgesamt 407 Überlebende sicher an Bord der Ocean Viking.

27. Januar 2020: Eine Frau wird gemeinsam mit ihren drei Kindern per Hubschrauber nach Malta evakuiert. Sie hatte Verbrennungen durch das sich häufig am Boden von Schlauchbooten sammelnde Gemisch aus Treibstoff und Salzwasser erlitten. Das medizinische Team an Bord konnte ihren Zustand stabilisieren, befürchtete jedoch Komplikationen. 403 Gerettete verbleiben an Bord.

28. Januar 2020: In 6 Sprachen wird den Überlebenden angekündigt, dass Tarent (Italien) als sicherer Ort zugewiesen wurde.

29. Januar 2020: Die 403 Kinder, Frauen und Männer gehen in Tarent an Land.

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Photo credits (Headerbild): Hannah Wallace Bowman / MSF