+++ Einsatzzyklus von 3. Oktober bis 16. Oktober 2019: 176 Gerettete in Tarent (Italien) an Land gegangen +++

Zusammenfassung

Am späten Abend vom Samstag, den 12. Oktober, retteten die Teams der Ocean Viking 74 Menschen aus einem Schlauchboot in Seenot. Unter den Geretteten befanden sich sechs unbegleitete Minderjährige. Die Rettung fand nahe der Ölplattform Al Jurf statt. Die Teams hatten Informationen über den Seenotfall über eine Email der NGO Alarm Phone an die Seefahrtsbehörden erhalten, in der die Ocean Viking in Kopie stand. Am Morgen des 13. Oktober erhielt die Ocean Viking Angaben zu einem weiteren Boot in Seenot. Die Teams retten bei diesem Einsatz insgesamt 102 Menschen und brachten diese sicher an Bord der Ocean Viking.

Nach den zwei Rettungen wiesen die italienischen Behörden der Ocean Viking am 14. Oktober Tarent im Süden Italiens als sicheren Ort zur Ausschiffung der insgesamt 176 Geretteten an Bord zu. Zwei Tage später konnten die Geretteten in Tarent an Land gehen.


Chronologie 

3. Oktober 2019: Nachdem die Ocean Viking seit dem 27. September im Hafen von Marseille auf den nächsten Einsatz vorbereitet wurde, stach sie am späten Abend des 3. Oktober erneut in See, um ihren lebensrettenden Einsatz fortzusetzen. Genau sechs Jahre nach dem Seeunglück vor Lampedusa mangelt es im zentralen Mittelmeer weiter an Rettungsschiffen.

4./5. Oktober 2019: Auf dem Weg Richtung Rettungsgebiet führten die Teams der Ocean Viking zwei Trainings durch.

7./8. Oktober 2019: Nach einem Bootsunglück wenige Seemeilen südlich von Lampedusa, bei dem mindestens 13 Menschen starben, beteiligte sich die Ocean Viking an mehreren Suchaktionen. Die Einsätze wurden von Circomare Lampedusa (italienische Küstenwache) koordiniert. Nach 2 Tagen erfolgloser Suche nach Vermissten des Schiffbruchs informierte die Ocean Viking die italienischen Behörden, dass sie nun Kurs nach Süden nimmt. Am Abend des 8. Oktober erreichte sie die libysche Such- und Rettungszone und informierte die libyschen Behörden über ihre Einsatzbereitschaft.

https://twitter.com/SOSMedGermany/status/1181649881477373955

9. Oktober 2019: Am Vormittag wurde von der Ocean Viking aus ein Holzboot gesichtet. Ein Team von SOS MEDITERRANEE näherte sich dem Boot mit einem Schnellboot. Die nähere Begutachtung bestätigte, dass sich keine Personen in dem Holzboot befanden.

12. Oktober: Am Abend erhielt die Ocean Viking von der NGO Alarm Phone Informationen über ein in Seenot befindliches Schlauchboot, das in der Nähe der Ölplattform Al Jurf trieb. Um die Rettung durchführen zu können, erteilten die Betreiber der Ölplattform der Ocean Viking die Erlaubnis, in die Sperrzone zu fahren, die sich drei Seemeilen um die Plattform erstreckt. Die Teams der Ocean Viking retteten insgesamt 74 Personen, darunter sechs unbegleitete Minderjährige. Der Einsatz wurde um 00:04 abgeschlossen.

https://twitter.com/SOSMedGermany/status/1183290512482193408

13. Oktober: Kurze Zeit nach der ersten Rettung erhielt die Ocean Viking um 00:25 Uhr von den libyschen Seefahrtsbehörden grobe Angaben über ein weiteres Boot in Seenot und wurde angewiesen, die Rettung einzuleiten. Eine neunstündige Suche nach dem Boot blieb jedoch erfolglos. Am Morgen wird die Ocean Viking über ein weiteres Schlauchboot in Seenot informiert. Die Teams retten 102 Menschen, darunter vier schwangere Frauen und neun Minderjährige. Die Rettung wurde um 13:50 Uhr abgeschlossen.

14. Oktober: Die italienischen Behörden haben der Ocean Viking den Hafen von Tarent im Süden Italiens als sicheren Ort zugewiesen. Damit können die 176 Überlebenden ohne unnötige Verzögerung in Sicherheit gebracht werden. 

16. Oktober: Die 176 Geretteten gehen in Tarent von Bord. Die Ocean Viking nimmt Kurs zurück auf das Such- und Rettungsgebiet, wo wir unseren lebensrettenden Einsatz fortsetzen.


Weitere Informationen

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Bildnachweis: Julia Schaefermeyer / SOS MEDITERRANEE