„SOS in Concert“ – Livemusik und Geschichten Geretteter am 24. Januar 18:00 Uhr // Solidarity is not Enough

Die Freiwilligen von SOS MEDITERRANEE Berlin stellen vor: „SOS in concert“!

Am Sonntag, 24. Januar, um 18 Uhr geht die „Solidarity Is Not Enough“-Veranstaltungsreihe in die nächste Runde: Live auf dem offiziellen Instagram-Kanal von SOS MEDITERRANEE Deutschland (@sosmediteranne_germany) werden großartige Berliner Bands für den musikalischen Input sorgen und Zeug*innenberichte überlebender Personen vorgelesen.

Nachdem die einzelnen Events der Veranstaltungsreihe im Zuge der Corona-Pandemie verschoben oder umorganisiert werden mussten, freuen sich die Freiwilligen von SOS MEDITERRANEE Berlin, dass es nun digital weitergehen kann!  Kommt zahlreich, seid live dabei und hört empathisch zu! #togetherforrescue

Alle Infos zu dieser und weiteren Veranstaltungen findet ihr hier (Der Link geht zu Facebook). Kommt rum!

Über „SOLIDARITY IS NOT ENOUGH“

Das zentrale Mittelmeer ist die tödlichste Fluchtroute der Welt. Auch, weil sich die europäischen Staaten ihrer gesetzlichen Pflicht und moralischen Verantwortung, Menschen in Seenot vor dem Tod zu bewahren, entziehen. Zivile Seenotrettungsorganisationen füllen seit Jahren diese Lücke, so auch SOS MEDITERRANEE. Menschen retten, schützen und all ihre Geschichten an eine breite Öffentlichkeit tragen, das ist unsere Mission.

Doch reicht unsere Solidarität? Diese Frage treibt Mitglieder der Freiwilligengruppe Berlin von SOS MEDITERRANEE um: „Wie können wir wirklich etwas bewegen? Wie können wir über Dinge sprechen, die wir selbst nie erlebt haben, vielleicht nie erleben werden? Welchen politischen Standpunkt nehmen wir in unserer Arbeit ein und was kann daran problematisch sein? Oder besser: Wie weiß ist unser Aktivismus?“

[Carnets d’Hippolyte] Tagebuch eines Comic-Reporters

Bei unserem ersten Einsatz in diesem Jahr begleitet uns der Comic-Reporter Hippolyte. Sein Aufenthalt an Bord war schon für den Sommer 2020 geplant – dann wurde die Ocean Viking im Juli 2020 durch die italienischen Behörden in Porto Empedocle, Sizilen, festgesetzt. Von Marseille und Sizilien aus begleitete Hippolyte die Bemühungen um die Freilassung unseres Rettungsschiffes.

Am 11. Januar 2021 nahm die Ocean Viking Kurs auf das zentrale Mittelmeer. An Bord: Hippolyte und sein Notizbuch, in dem er anhand von Illustrationen und Texten einen ganz besonderen Eindruck unseres lebensrettenden Einsatzes vermittelt.

Hier veröffentlichen wir ausgewählte Zeichnungen und Texte. Das Datum gibt dabei das jeweilige Veröffentlichungsdatum auf dem Schweizer Online-Magazin Heidi News an, wo alle Artikel in französischer Sprache nachgelesen werden können.

Übersicht

30. Dezember 2020: Zurück im Einsatz mit der Ocean Viking (Retour en mer pour l’Ocean Viking.)
6. Januar 2021: Atmen (Breath (Respirer))
14. Januar 2021: Tanguy, unermüdlicher Einsatz (Tanguy, le sauvetage à l’infini.)
15. Januar 2021: Die Menschenkette (La chaîne humaine)

30. Dezember 2020

Zurück im Einsatz mit der Ocean Viking

Am 27. Dezember kehrte die Ocean Viking endlich nach Marseille zurück, nachdem sie von den italienischen Behörden freigegeben wurde. Luftlinie nicht weit vom Hafen entfernt, befinden wir uns für zehn Tage in Quarantäne mit der Crew, welche aus 24 Personen besteht, die auf 24 Zimmer verteilt sind und zwischen PCR-Tests und täglichen Temperaturmessungen nur elektronisch kommunizieren.Ansicht Zimmer Marseille Quarantäne

Ich bin wieder auf einige Freunde getroffen, die ich im Sommer zurückgelassen hatte: Gavino, Mat‘, Julia und Luisa, die mit dem Rest der SOS MEDITERRANEE-Teams während diesen fünf Monaten unermüdlich gearbeitet haben. Die Quarantäne nutzen wir, um alle internationalen Teammitglieder kennenzulernen und uns so gut wie möglich auf den Einsatz vorzubereiten.

6. Januar 2020

Atmen

Den ganzen Tag über fiel Regen auf die phokäische Stadt und auf dieses kleine Hotel in der Nähe des Prado, wo sich die 24 Mitglieder von SOS MEDITERRANEE, die seit vier Tagen in Quarantäne sind, versammeln. 24 Personen, 24 Räume, 10 Tage Quarantäne, 10 Tage Vorbereitung und 24 Bildschirme, die fast ununterbrochen leuchten. Wenn das Wetter nicht zur Flucht einlädt und während draußen Feste und Versammlungen verboten sind, sind die Tage hier reich gefüllt und durchgeplant, um nichts dem Zufall zu überlassen.

Jeden Tag werden Trainings zu diversen Themen über Bildschirme fortgesetzt. Sie beziehen sich auf das Schiff und die Arbeitsweise der verschiedenen Teams an Bord. Auf diese Weise werden wir uns bewusst, was uns erwartet. Um am Tag X bereit zu sein. Oder an den Tagen X. Heute hatten wir mit Anna sogar einen Kurs in Navigation und Kartenlesen. Eine Orange stellte den Globus dar. Die Kunst, sich an alles anzupassen.

erste Treffen Crew SOS MEDITERRANEE

Am Vorabend ging ich runter in den Gemeinschaftsraum. Wir konnten uns endlich in kleinen Gruppen zusammenzufinden, jetzt, wo wir alle negativ getestet wurden. Wir behalten unsere Masken auf und halten trotz allem Abstand. Es war fast erstaunlich, die Menschen wieder zu sehen. Erik, vom Such- und Rettungsteam (SAR-Team) leitete einen Workshop über Selbstkontrolle und Atmung unter Stress. Draußen rauchte ein Teil des Teams eine Zigarette an der frischen Luft. Eine Art des Atmens.

PCR Tests Crew SOS MEDITERRANEE
Heute Morgen haben wir erneut einen PCR-Test durchgeführt.

Die Ergebnisse werden am Abend erwartet. Louise, die stellvertretende Leiterin an Land, macht sich mit einem komplizenhaften Halblächeln Gedanken darüber.

„Nun… wie wir auf Französisch sagen, werden wir eine Kerze anzünden (brûler un cierge) und hoffen, dass niemand Covid hat.“

14. Januar 2021

Tanguy, unermüdlicher Einsatz

Tanguy ist der Leiter des Such- und Rettungsteams (SAR). Er ist für die RHIBs (Rigid-Hull Inflatable Boats) zuständig, jene schnellen Schlauchboote, die den ersten Kontakt mit Booten in Seenot herstellen, wiederum nach einem gut etablierten Protokoll, das auch COVID-19-Maßnahmen beinhaltet.

Tanguy ist auf der Ocean Viking ganz bei sich. Das Meer und die Rettung ist sein ganzes Leben.

Portrait Tanguy Rettungsteammitglied Ocean Viking

Der fast 40-jährige Bretone, der einige Jahre als Soldat im Zivilschutz bei Rettungseinsätzen sowie als Feuerwehrmann und als Fischer arbeitete, ist heute der dienstälteste Matrose bei SOS MEDITERRANEE. Auf der Aquarius seit August 2016. Dann auf der Ocean Viking bis heute.

„Meine Hauptaufgabe ist es, Menschen auf See zu retten und die Teams dafür zu leiten. Jetzt ist Winter, was meine Arbeit viel komplizierter macht, der Wellengang ist größer, der Wind ist stärker, sodass die Boote weniger stabil werden, besonders die hölzernen. Die Gummiboote werden durch die Zeit, die sie auf See verbringen, weniger widerstandsfähig sein, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie kaputt gehen, größer ist und somit die Wahrscheinlichkeit, dass es zu extremen schwierigen Situationen kommt. Das bedeutet viel mehr Stress und Druck. Das ist es, was mich im Moment am meisten beunruhigt, den Rest machen wir wie immer, wir werden damit umgehen.“

18. Januar 2021

Die Menschenkette

Ich gehe an Deck und spüre die Seeluft und das Holz unter meinen Füßen, zwei Elemente, die ich fast vergessen hatte. Am Heck der Ocean Viking, auf Höhe der beiden Containerstockwerke, hat sich eine große Menschenkette gebildet, wie schon am Tag zuvor. „Wir haben gestern den ganzen Tag Kisten geschleppt, wir könnten hier Hilfe gebrauchen.“ (…)

Menschenkette Ocean Viking

Als Leiter des Teams, das sich um die Überlebenden kümmert, ist Karim vom Männercontainer aus aktiv und dirigiert das Manöver mit seinem Funkgerät: 50 Quadratmeter, bis zur Decke gefüllt mit Hunderten, Tausenden von Kisten, die in das Oberdeck verlegt werden sollen. Zu den Lagerbereichen. Um den zukünftigen Überlebenden Freiraum zu geben und ihr Überleben zu sichern. Tonnenweise Lebensmittel, Überlebenskits und Medikamente.

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Illustrationen und Texte: Hippolyte
Übersetzungen aus dem Französischen: SOS MEDITERRANEE

[ANSEHEN] Fernsehberichte von der Aquarius und der Ocean Viking

Seit Beginn unserer Rettungseinsätze begleiten uns internationale Journalist*innen an Bord der Aquarius und der Ocean Viking, um über die humanitäre Lage im zentralen Mittelmeer zu berichten. Wir haben alle TV-Reportagen (auf Deutsch und Englisch) der letzten fünf Jahre zusammengestellt.

Weitere Beiträge in französischer oder italenischer Sprache gibt es hier.

AN BORD DER OCEAN VIKING (2019 – 2020)

Seenotrettung in Zeiten von Corona
ARTE, Juli 2020, von Hélène Renaux
Zusammenfassung von ARTE – „Die Corona-Pandemie legt in vielen Teilen der Erde nicht nur das öffentliche Leben lahm. Auch die Seenotrettung im Mittelmeer musste über mehrere Wochen ausgesetzt werden. Grenzen und Häfen blieben geschlossen. So langsam nehmen die Rettungsschiffe ihre Arbeit wieder auf – unter erschwerten Bedingungen. Denn an Bord gelten coronabedingt verschärfte Sicherheitsregeln.“

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„Ocean Viking“ – Lebensretter auf See
Deutsche Welle, März 2020, von Miodrag Soric

Zusammenfassung Deutsche Welle – „Einsatzleiter Nick und seine rechte Hand Tanguy im Dauereinsatz: Bei drei Rettungsaktionen im Mittelmeer nehmen sie 276 Geflüchtete an Bord ihres Rettungsschiffs „Ocean Viking“. Traumatisierte Menschen, die mit dem Leben schon abgeschlossen hatten.
Sie alle bei teils vier Meter hohen Wellen an Bord zu holen und sie anschliessend gut zu betreuen – das ist die Herausforderung der 32 Crewmitglieder. Der Alltag ist zermürbend: Krankheiten, Verletzungen, psychische Probleme, aber auch alltägliche Dinge wie Wäschewaschen prägen die Stimmung auf dem Schiff der Hilfsorganisation „SOS Méditerranée“. Als sie endlich auf Sizilien in den Hafen einlaufen dürfen, wird das Schiff für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Wegen des Coronavirus, sagt die italienische Regierung – aus politischen Gründen, um neue Rettungsaktionen zu verhindern, mutmaßen die Aktivisten von der „Ocean Viking“.“

[Englisch] Ocean Viking: Saving migrants from drowning in the Mediterranean
Al Jazeera, Dezember 2019, von Faras Ghani

Zusammenfassung von Al Jazeera – „Schauen Sie, wie ein Rettungsschiff, Menschen rettet, die vor dem Konflikt und Gewalt in Libyen über das Mittelmeer fliehen und dabei in Seenot geraten. Libyen ist ein wichtiges Transitland für afrikanische Migrant*innen, die hoffen, Europa zu erreichen. Nach Angaben der UN befinden sich mehr als 40.000 Flüchtende und Migrant*innen in Libyen. (…)“

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[Englisch] Human Cargo
SBS Dateline, November 2019, von Evan Williams, Josh McAtamney und Sandy McKee

Zusammenfassung von SBS Dateline – „In dieser Reportage treffen wir die Teammitglieder des neuen Rettungsschiffes der NGO SOS MEDITERRANEE, welche Such- und Rettungseinsätze vor der Küste Libyens durchführen. Wie können sie in den Gewässern der sich ständig verändernden Migrationspolitik Europas arbeiten?“

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Raus aus der Hölle – Geflüchtete berichten von Camps in Libyen
ZDF, September 2020, von Etienne Huver und Jean-Baptiste Renaud

Zusammenfassung von Deutsche Welle – „Die Flüchtlingsroute über das Mittelmeer ist zum Massengrab geworden. Migranten, die nach Europa wollen, riskieren bei der Überfahrt ihr Leben. „SOS MEDITERRANEE“ und „Médecins Sans Frontières“ haben die „Ocean Viking“ gechartert – ein Rettungsschiff, das seit Ende 2019 im Mittelmeer kreuzt. Die Journalisten Etienne Huver und Jean-Baptiste Renaud konnten die „Ocean Viking“ beim Einsatz begleiten.
Die Crew des Schiffes hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Flüchtlinge aus dem Meer zu bergen. Immer hält sie Ausschau nach kleinen Booten, die für die lange Fahrt nach Europa nicht gemacht sind. Entstanden sind beeindruckende Aufnahmen von Rettungsaktionen auf hoher See – und von Geflüchteten und ihren Geschichten. Gleichzeitig sind es auch Bilder von der Arbeit der Helfer, die unerschrocken um jedes einzelne Leben kämpfen.

Die meisten Flüchtlinge haben sich von Libyen aus auf den Weg gemacht. Dort waren sie oft eingepfercht in Lagern, in denen menschenunwürdige Zustände herrschen. Frauen werden von Polizisten vergewaltigt, Männer brutal geschlagen und gefoltert. Dem Kamerateam ist es gelungen, sich Zugang zu einem dieser Lager zu verschaffen. Der Chef des Camps zeigt ihnen, wie „gut“ die Flüchtlinge hier leben. Mit versteckter Kamera dreht das Team aber auch dort, wo es offiziell nicht hin darf. Der Film führt die Grausamkeit in libyschen Flüchtlingscamps vor Augen, zeigt den besonderen Einsatz der Helfer der „Ocean Viking“ und stellt eindrucksvoll einzelne Schicksale vor.“

AN BORD DER AQUARIUS (2016-2018)

Mare Amarum – Ein Fotograf auf dem Flüchtlingsboot Aquarius
[Französisch mit deutschen Untertiteln] ARTE, November 2018, von Philippe Fontana und Stéphano de Luigi

Zusammenfassung von ARTE – „Der italienische Fotoreporter Stefano De Luigi war Anfang des Jahres 2018 an Bord der Aquarius. Deren Mannschaft rettet im Mittelmeer Flüchtlinge, die auf kaum seetauglichen Booten von der Küste Libyens aus in Richtung Europa unterwegs sind. Mit seinen Fotos erzählt uns Philippe Fontana die Geschichte vom « Mare amarum » – dem « Bitteren Meer ». Seine Tage auf der Aquarius haben ihn tief bewegt: In Erinnerung blieben ihm vor allem seine Gefühle tiefer Anteilnahme und auch manchmal der Ohnmacht im Angesicht des Leids der Flüchtlinge. Ist Europa wirklich noch ein Ort der Hoffnung?“

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10 Tage an Bord der Aquarius: Flüchtlingstragödie hautnah
[Englisch mit deutschen Untertiteln] Euronews, Juli 2018, von Anelise Borges

Zusammenfassung von Euronews – „Für uns Journalisten ist Zeugnis ablegen Instinkt und Verantwortung zugleich. Der Aquarius-Einsatz kam zustande, weil ich selbst sehen wollte, wie NGOs Such- und Rettungseinsätze auf der so genannten ‚tödlichsten Migrationsroute der Welt‘ durchführten.
Ich hatte jahrelang über die Flüchtlingskrise berichtet – von der türkisch-syrischen Grenze, aber auch aus Griechenland, Mazedonien, Ungarn, Deutschland, Frankreich – ich hatte Angst und Verzweiflung gesehen. Aber auch Solidarität und Hoffnung. Ich wollte verstehen, worum es in diesem Teil der Geschichte geht. Und welche Auswirkungen sie auf die gesamte Europäische Union hatte. Ich wusste nicht, dass ich über eine Geschichte berichten würde, die Europa zu spalten droht. In der Dokumentation ‚Zehn Tage auf See. Die wahre Geschichte der Aquarius‘ geht es darum, was an Bord des Rettungsschiffs geschah, während es sich im Herzen eines der schwersten Stürme befand, denen Europa je ausgesetzt war.“

Leben retten auf dem Mittelmeer
WDR, November 2018, von Ben Bode

Zusammenfassung WDR – „Ben fährt mit dem Seenotrettungsschiff Aquarius von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen auf das Mittelmeer um Bootsflüchtlinge zu retten. In diesem Teil lernt er das Schiff kennen und trainiert mit der Crew den Ernstfall.“

Teil 1: Trainieren für den Ernstfall
Teil 2: Zurück in die Hölle
Teil 3: Rettung in letzter Sekunde
Teil 4: Geschichten aus Libyen

[Englisch] This Is How Migrants Are Rescued By NGOs In The Mediterranean

Huffington Post UK, August 2017, von Paco Anselmi
Zusammenfassung der Huffington Post – „Während drei Wochen lang erlebte HuffPost UK die Migrationskrise im Mittelmeer hautnah mit und dies während ihrer kontroversesten und turbulentesten Phasen.“

[English] M.V. Aquarius, the migrant crisis frontline

BBC News, Mai 2016, von Christian Fraser
Zusammenfassung von Christian Fraser – „Ich verbrachte fast drei Wochen an Bord der Aquarius, die von SOS MEDITERRANEE gechartert wird. Während ich darauf wartete, einen Live-Bericht vom Schiff für die 10-Uhr-Nachrichten zu machen, drehte ich diesen Film.“

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[Blick auf das zentrale Mittelmeer #10] Jahreswechsel gezeichnet von tragischen Todesfällen und Zwangsrückführungen nach Libyen, sowie Rettung von 265 Personen

[23.12.2020 – 05.01.2021] Auf Grundlage öffentlicher Berichte anderer NGOs, internationaler Organisationen und der internationalen Presse geben wir einen Überblick zu Such- und Rettungseinsätzen in den letzten zwei Wochen im zentralen Mittelmeer. Dieser hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, verschafft aber einen Eindruck über die Entwicklungen in dem Gebiet, in dem wir seit 2016 als Such- und Rettungsorganisation tätig sind.

265 Menschen werden über Neujahr in weniger als 48 Stunden gerettet

Das Rettungsschiff Open Arms der spanischen NGO Proactiva Open Arms rettete in der Silvesternacht und am 2. Januar in zwei Rettungseinsätzen 265 Menschen. Alle Überlebenden konnten in der Nacht vom 4. auf den 5. Januar in Porto Empedocle, Sizilien, von Bord gehen. Die Erwachsenen wurden auf das Quarantäne-Schiff Rhapsody gebracht, während die Minderjährigen, die alle vor der Ausschiffung mit Schnelltests negativ auf das Coronavirus getestet wurden, mit Patrouillenbooten zum Pier gebracht wurden.

Unter den Überlebenden waren 51 unbegleitete Minderjährige, sechs Babys und eine im neunten Monat schwangere Frau. In der ersten Rettung hatte die Crew der Open Arms 169 Menschen aus einem Holzboot in der libyschen Such- und Rettungszone (SRR) gerettet. Bei der zweiten Rettung wurden 96 Menschen aus einem in Seenot geratenen Holzboot in der maltesischen SRR gerettet. Wie die Times of Malta berichtet, haben die maltesischen Behörden nach Angaben der NGO Alarm Phone, die als erste über die Notsituation des Holzbootes informiert wurde, nicht auf den Notruf reagiert.

Überfahrten übers Mittelmeer, tragische Schiffsunglücke und Zwangsrückführungen halten an

Die tragischen Ereignisse im zentralen Mittelmeer halten auch im neuen Jahr an. So wurden zum Jahreswechsel weitere Schiffsunglücke vor der libyschen Küste sowie Zwangsrückführungen nach Libyen gemeldet.

Am 26. Dezember machte das Netzwerk Alarm Phone auf ein in Seenot geratenes Boot mit etwa 13 Menschen an Bord aufmerksam. Das Schicksal der Menschen an Bord ist weiterhin unbekannt. Am 24. Dezember wurde die Leiche einer verstorbenen Person an die libysche Küste gespült, während bei einem tragischen Schiffsunglück mindestens 20 Menschen ihr Leben verloren, nachdem ein Boot vor Sfax, Tunesien, gekentert war. Laut Il Manifesto „waren unter den 20 Leichen, die von der tunesischen Küstenwache geborgen wurden, 19 Frauen, von denen vier schwanger waren“. Die tunesische Küstenwache rettete mehrere Menschen und suchte nach mindestens 13 als vermisst gemeldeten Personen.

In den ersten fünf Tagen des neuen Jahres meldete das Missing Migrants Project der IOM 15 Todesfälle im zentralen Mittelmeer. Am 3. Januar meldeten Überlebende, die nach Libyen zurückgezwungen wurden, der Internationalen Organisation für Migration (IOM) acht Menschen als vermisst.

Zwischen dem 3. und 4. Januar wurden laut IOM über 160 Menschen, darunter Frauen und Kinder, auf See abgefangen und von der libyschen Küstenwache gewaltsam nach Libyen zurückgebracht. UNHCR berichtete, dass sich unter ihnen mindestens neun Frauen, eine von ihnen schwanger, und elf Kinder befanden.

Im Jahr 2020 starben laut dem Missing Migrants‘ Project der IOM mindestens 779 Menschen im zentralen Mittelmeer – in dieser Minimalschätzung sind all jene, die ohne Zeug*innen ertrunken sind, nicht eingerechnet. Insgesamt 11.891 Menschen wurden laut IOM abgefangen und nach Libyen zurückgezwungen.

Autonome Ankünfte in Italien halten trotz schlechten Wetters an

Trotz rauer See und hohen Wellen wurden in den vergangenen zwei Wochen von italienischen Medien und internationalen Organisationen mehrere autonome Anlandungen auf den Inseln Lampedusa, Sizilien und Pantelleria sowie der Region Crotone gemeldet.

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind im Jahr 2020 34.134 Menschen an den italienischen Küsten gelandet und damit ist ein Anstieg der Ankünfte auf dem Seeweg um 198 % im Vergleich zu 2019 zu verzeichnen.

Zweite Klage gegen Italien, fünf zivile Rettungsschiffe weiterhin blockiert

Am 5. Januar reichte Sea-Eye eine Klage gegen die Inhaftierung des Rettungsschiffes Alan Kurdi beim italienischen Verwaltungsgericht in Cagliari ein. Laut der deutschen NGO soll „das Gericht nun in einem Eilverfahren über die Rechtmäßigkeit der Inhaftierung entscheiden“. Das Schiff wird seit drei Monaten auf Sardinien festgehalten.

Am 23. Dezember verwies das regionale Verwaltungsgericht von Palermo die von Sea-Watch eingelegten Rechtsmittel gegen die administrativen Festnahmen der Sea-Watch 3 und der Sea-Watch 4 an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Das regionale Verwaltungsgericht bat den Europäischen Gerichtshof, über die Rechtmäßigkeit der Anwendung der europäischen Richtlinie 2009/16/EG (über Hafenstaatkontrollen) auf alle humanitären Schiffe unter ausländischer Flagge zu entscheiden. Das regionale Verwaltungsgericht hat seine Entscheidung über den Antrag von Sea-Watch, die Festnahmen auszusetzen, auf den 26. Januar verschoben, während es abwartet, ob der Europäische Gerichtshof das beschleunigte Verfahren anwenden wird oder nicht.

Auch in den vergangenen zwei Wochen waren kaum zivile Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Fünf Schiffe humanitärer NGOs können aufgrund administrativer Blockaden nicht im Rettungseinsatz sein.

SOS MEDITERRANEE unterstützt die Besatzungen dieser Schiffe in ihrem Bemühen, wieder in See zu stechen, während unsere Teams eine Quarantänezeit durchlaufen und die Rückkehr der Ocean Viking nach ihrer Freilassung am 21. Dezember vorbereiten.

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Photo credits: Anthony Jean / SOS MEDITERRANEE

Unser Jahresrückblick 2020

2020 war ein Ausnahmejahr – auch für die Seenotrettung!

Umso glücklicher sind wir, dass die Ocean Viking endlich frei ist. Vor wenigen Tagen ist unser Rettungsschiff in Marseille eingetroffen, wo die Crew nach einer Quarantänezeit und Covid-19-Tests an Bord geht, damit wir unseren lebensrettenden Einsatz so schnell wie möglich wieder aufnehmen können.

Es war ein steiniger Weg bis zur Freilassung. Denn wenn es neben der Covid-19-Pandemie noch einen weiteren Wendepunkt in diesem herausfordernden Jahr gibt, dann sind es die Festsetzungen ziviler Rettungsschiffe aus administrativen Gründen. Seit April versuchen die europäischen Regierungen um jeden Preis zivile Rettungsschiffe vom Mittelmeer fernzuhalten – mit fadenscheinigen Begründungen. Wie wir durch dieses Jahr gekommen sind, was wir auf See und an Land erlebt haben, könnt ihr in diesem Jahresrückblick nachlesen.

An dieser Stelle ein riesiges DANKE an alle, die uns als Freiwillige unterstützen, die mit uns auf die humanitäre Krise im Mittelmeer aufmerksam machen und die gespendet haben! Nur dank euch ist unser Einsatz möglich – #TogetherForRescue

JANUAR

Gleich zu Jahresbeginn führten unsere Teams mehrere Rettungen durch. Doch die fehlende Koordination von Such- und Rettungseinsätzen erschwerte die Arbeit von zivilen Rettungsschiffen erheblich: Boote in Seenot ausfindig zu machen und zur Hilfe zu kommen wurde zur Herausforderung.

Dennoch retten unsere Teams auf der Ocean Viking Ende Januar 407 Menschen in weniger als 72 Stunden, darunter zwölf schwangere Frauen und 153 Minderjährige. Alle Rettungen fanden nachts und unter sehr schwierigen Bedingungen statt.

Am 17. Januar 2020 werden 39 Menschen in der Nacht aus einem kleinen Holzboot gerettet

FEBRUAR

Die Teams der Ocean Viking retten innerhalb von 48 Stunden 274 Menschen vor der Küste Libyens. Am 23. Februar konnten die Überlebenden in Pozzallo, Italien, an Land gehen. Dort werden die Überlebenden unter Quarantäne gestellt. Auch die Crew von SOS MEDITERRANEE muss für zwei Wochen in Quarantäne.

Während der Quarantäne wird die Ocean Viking desinfiziert

MÄRZ

Die Ocean Viking trifft im Hafen von Marseille ein. Sie konnte nicht – wie ursprünglich geplant – vom italienischen Hafen Pozzallo in den Rettungseinsatz in das zentrale Mittelmeer zurückkehren.

Die Pandemie führte in den meisten europäischen Staaten zu schwerwiegenden Einschränkungen beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Gleichzeitig brachte sie die Schifffahrt zum Erliegen. In dieser dynamischen Situation stand es in unserer Verantwortung, genau zu bewerten, unter welchen Bedingungen wir wieder auslaufen können.

Das Rettungsschiff Ocean Viking im Hafen von Marseille

APRIL

Die Corona-Pandemie verschärft die humanitäre Lage im Mittelmeer weiter. Die Seenotrettung kommt durch die COVID-19-Maßnahmen fast vollständig zum Erliegen. Italien und Malta erklären in einem Erlass mit Verweis auf die öffentliche Gesundheit ihre Häfen für das Anlanden von aus Seenot geretteten Menschen für „unsicher“. Auch die im Herbst 2019 beschlossene Malta-Vereinbarung zur Aufnahme und Verteilung aus Seenot geretteter Menschen wird ausgesetzt.

Doch auch während der Pandemie fliehen weiterhin Menschen über das zentrale Mittelmeer. Der April war gekennzeichnet von einem tragischen Osterwochenende, an dem aufgrund eines chaotischen und unkoordinierten Rettungseinsatzes zwölf Menschen im Mittelmeer ertranken.

Unterschiedliche Einschätzungen zur Wiederaufnahme der Einsätze auf See unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie führen Ende April zur Aufhebung der Partnerschaft mit Ärzte ohne Grenzen.

An Land mussten alle geplanten Veranstaltungen für die Monate März und April mussten abgesagt oder verschoben werden. Um zu zeigen, dass die Mobilisierung der Menschen an Land auch während einer Pandemie weitergeht sowie um die europäischen Staaten aufzufordern, internationales Seerecht zu respektieren, haben wir die Online-Solidaritätskampagne #AlleRetten ins Leben gerufen.

MAI

Am 5. und 6. Mai setzen italienische Behörden nach Hafenstaatkontrollen die zivilen Rettungsschiffe Alan Kurdi (Sea-Eye) und Aita Mari (Salvamento Marítimo Humanitario) im italienischen Hafen von Palermo fest. Sie markieren den Beginn einer Reihe neuer administrativer Blockaden der lebensrettenden Arbeit ziviler Organisationen im Mittelmeer.

JUNI

Am 22. Juni stechen wir mit einem eigenen medizinischen Team und unter einem strengen Covid-19-Protokoll wieder in See. Bei vier Rettungseinsätzen am 25. und 30. Juni werden insgesamt 181 Personen gerettet.

An Land veröffentlichen wir am 23. Juni unseren ersten eigenen Report: „Völkerrecht über Bord – Wie die EU die Verantwortung für Seenotrettung auslagert“. Anhand detaillierter Einsatzdaten zeigen wir auf, wie die EU ihre Verantwortung zum Leben retten im Mittelmeer in den letzten Jahren immer weiter umgeht und stattdessen den fragwürdigen Akteur libysche Küstenwache aufbaut.

JULI

Nach sechs Selbstmordversuchen Geretteter innerhalb von 24 Stunden und sieben ergebnislosen Anfragen um die Zuweisung eines sicheren Ortes, wurde am Nachmittag des 03. Juli der Notstand an Bord der Ocean Viking ausgerufen – das erste Mal in vier Jahren Einsatz. Die Situation auf dem Schiff hatte sich so zugespitzt, dass die Sicherheit der 180 Überlebenden und der Besatzung nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Vier Tage später können die Geretteten endlich von Bord gehen. Die Besatzung der Ocean Viking wird für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Danach setzen die italienischen Behörden die Ocean Viking am 22. Juli 2020 aus administrativen Gründen in Porto Empedocle, Sizilien, fest.

Den Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 01. Juli haben wir genutzt, um Außenminister Heiko Maas in die Pflicht zu nehmen. Mit dem Unterzeichnen unserer Petition „Sicherheit statt Ertrinken“ haben sich bis zum Jahresende mehr als 51.000 Menschen für ein europäisches Seenotrettungsprogramm eingesetzt.

AUGUST

Gemeinsam mit Sea-Watch und Sea-Eye rufen wir die europäischen Behörden dazu auf, unsere Schiffe Ocean Viking, Sea-Watch 3 und Alan Kurdi sofort freizulassen, damit sie wieder in den Einsatz zurückkehren können.

SEPTEMBER

Mit unserem neuen Webseitenformat „Blick auf das zentrale Mittelmeer“ tragen wir unserem Ziel, die europäische Öffentlichkeit über die Situation im Mittelmeer zu informieren, Rechnung. Ab September geben wir auf Grundlage öffentlicher Berichte von NGOs, internationaler Organisationen und der internationalen Presse alle zwei Wochen einen Überblick zur Situation und zu Such- und Rettungseinsätzen im zentralen Mittelmeer.

OKTOBER

Im Oktober geht die erste Folge des Podcasts „Save our Souls“ von Mitgliedern der Berliner Freiwilligengruppe an den Start. Auch die erste Veranstaltung der brandneuen Soli-Reihe „Solidarity is not enough“ findet statt.

Außerdem übergeben wir anlässlich der Halbzeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die bisherigen Unterschriften unserer Petition „Sicherheit statt Ertrinken“.

Vom 30. Oktober bis zum 1. November haben zahlreiche Künstler*innen, mit unermüdlichem Support vor und hinter der Bühne, die ersten SOS SESSIONS möglich gemacht. Während des dreitägigen Festivals – mit Konzerten, Lesungen und Talks – wurden 83.000 Euro Spenden gesammelt. Wir waren und sind überwältigt. Die schönsten Momente haben wir in unserem Best-Of Video zusammengefasst.

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NOVEMBER

Der November war der tödlichste Monat des Jahres 2020 im zentralen Mittelmeer. Mindestens 84 Leichen wurden an Land gespült und 77 Menschen wurden nach einer Reihe von tödlichen Schiffsunglücken weiterhin vermisst. Im November wurde zudem die höchste Anzahl von illegalen Push-Backs nach Libyen aufgezeichnet: 1.742 Menschen wurden auf See abgefangen und gewaltsam nach Libyen zurückgebracht.

Am 23. November erhielt die Ocean Viking nach einer erneuten Inspektion durch die italienische Küstenwache die Erlaubnis für eine einmalige Fahrt in die Werft von Augusta, Sizilen. Die dort vorzunehmenden Anpassungen sollen zur unverzüglichen Freilassung unseres Rettungsschiffes führen.

DEZEMBER

Die Ocean Viking ist wieder frei. Nachdem wir monatelang Tag und Nacht darauf hingearbeitet haben, wird die Ocean Viking am 21. Dezember nach einer Inspektion durch die italienische Küstenwache als konform mit ihrer Auslegung der Schiffssicherheitsvorschriften eingestuft. Nach der Freilassung nimmt die Ocean Viking am 23. Dezember Kurs auf Marseille, wo sie vier Tage später eintrifft.

Rettungsschiff Ocean Viking trifft in Marseille ein

In Marseille unterziehen sich unsere Teams einer Quarantäne, werden auf COVID-19 getestet und erste Trainings beginnen, bevor wir in unseren lebensrettenden Einsatz ins zentrale Mittelmeer zurückkehren.

In unserem Bericht „Schiffbrüchige Jugend“ veröffentlichen wir die Geschichten von zehn Jugendlichen. Ergänzt durch zusätzliche Informationen und Fakten machen wir auf die besonderen Schutzbedürfnisse Minderjähriger aufmerksam und versuchen die komplexen Realitäten, die sie letztendlich an Bord eines unserer Rettungsschiffe geführt haben, begreifbar zu machen.

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Photo credits:

Titelbild – Flavio Gasperini / SOS MEDITERRANEE
Januar – Julia Schaefermeyer / SOS MEDITERRANEE
Februar – Anthony Jean / SOS MEDITERRANEE
März – Anthony Jean / SOS MEDITERRANEE
Juni – Flavio Gasperini / SOS MEDITERRANEE

[Blick auf das zentrale Mittelmeer #9] Hoffnung auf mehr Such- und Rettungskapazitäten in 2021 wächst während weiterhin Menschen im Mittelmeer sterben

[10.12. – 23.12] Auf Grundlage öffentlicher Berichte anderer NGOs, internationaler Organisationen und der internationalen Presse geben wir einen Überblick zu Such- und Rettungseinsätzen in den letzten zwei Wochen im zentralen Mittelmeer. Dieser hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, verschafft aber einen Eindruck über die Entwicklungen in dem Gebiet, in dem wir seit 2016 als Such- und Rettungsorganisation tätig sind.

Trotz Wintereinbruch flüchten Menschen weiterhin aus Libyen: Berichte über mindestens ein Schiffsunglück und über 120 Menschen, die gewaltsam nach Libyen zurückgezwungen wurden

Am 16. Dezember wurden nach einem Schiffsunglück mit ungefähr 30 Menschen an Bord die Leichen von vier Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren an der Westküste Libyens angespült, wie der Libysche Rote Halbmond berichtet. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) spricht in ihrem letzten maritimen Update von sechs Leichen, die am selben Tag geborgen wurden. Am 17. Dezember wurden über 120 Menschen, darunter 8 Frauen und 28 Kinder, von der libyschen Küstenwache abgefangen und gewaltsam nach Libyen zurückgebracht. Zwischen dem 15. und 16. Dezember erreichten über 310 Menschen, die aus Libyen und Tunesien kamen, mit vier Booten eigenständig die Insel Lampedusa, darunter viele Frauen und Minderjährige. Dabei handelte es sich um die ersten autonomen Anlandungen seit fünfzehn Tagen, was laut Agrigento Notizie auf die schlechten Wetterbedingungen zurückzuführen ist.

Nach Angaben der italienischen Zeitung Il Manifesto starb ein weiterer Minderjähriger in einem Krankenhaus, nachdem sich sein Gesundheitszustand an Bord eines italienischen Quarantäneschiffes verschlechtert hatte. Abdallah Said, ein 17-jähriger somalischer Junge, starb am 14. September in Catania nachdem er von der GNV Azzurra ins Krankenhaus gebracht wurde. 22 Tage zuvor verstarb Abou Diakite. Die Staatsanwaltschaft von Syrakus hat eine Untersuchung eingeleitet.

Laut dem letzten Monatsbericht der IOM-Libyen, welcher am 11. Dezember veröffentlicht wurde, war November der tödlichste Monat im zentralen Mittelmeer. Mindestens 84 Leichen wurden an Land gespült und 77 Menschen werden nach einer Reihe von tödlichen Schiffsunglücken weiterhin vermisst. Im November wurde zudem die höchste Anzahl von illegalen Push-Backs nach Libyen aufgezeichnet: 1.742 Menschen wurden auf See abgefangen und gewaltsam nach Libyen zurückgebracht.

Ocean Viking wieder frei, fünf zivile Rettungsschiffe noch immer blockiert

Am 21. Dezember 2020 führte die italienische Küstenwache die dritte Inspektion innerhalb von fünf Monaten auf der Ocean Viking durch. Das Ergebnis: Die Festsetzung des Rettungsschiffes wird aufgehoben. Nach monatelangen Gesprächen mit den relevanten Beteiligten sowie kostspieligen Anstrengungen, um den zusätzlichen Sicherheitsanforderungen der italienischen Behörden gerecht zu werden, ist SOS MEDITERRANEE erleichtert, anfangs 2021 zurück in See stechen, um ihre Such- und Rettungseinsätze wieder im Mittelmeer wieder aufzunehmen.

Auch während der vergangenen zwei Wochen waren keine zivilen Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer unterwegs. Fünf Schiffe von zivilen Seenotrettungsorganisationen können aufgrund von Festsetzungen durch Behörden weiterhin nicht im Einsatz sein. SOS MEDITERRANEE versichert den Besatzungen die volle Unterstützung bei ihren Bemühungen wieder in See zu stechen.

Am 12. Dezember hat das Team von Pilotes Volontaires die Flugüberwachung der libyschen Such- und Rettungsregion mit einem neuen Flugzeug, der Colibri 2, wieder aufgenommen. Ein Jahr lang konnte die französische NGO mit ihrem ersten Flugzeug Colibri wegen administrativer Blockaden nicht fliegen. Zu wissen, dass Pilotes Volontaires wieder im Einsatz sind, ist eine große Erleichterung. Denn die Anwesenheit ziviler Flugzeuge, die Ausschau nach Booten in Seenot halten, ist von grösster Bedeutung für die Rettung von Menschenleben im zentralen Mittelmeer.

Über 1.000 Todesfälle im Mittelmeer in diesem Jahr verzeichnet (IOM)

Das „Missing Migrants Project“ der IOM hat im Jahr 2020 bereits über 3.000 Todesfälle auf verschiedenen Migrationsrouten weltweit verzeichnet. „Obwohl die Anzahl der Menschen, von denen bekannt ist, dass sie im Jahr 2020 ihr Leben verloren haben, geringer ist als in den Vorjahren, gab es auf einigen Routen einen Anstieg der Todesfälle“, erklärt die Organisation. Insbesondere starben zwischen dem 1. Januar und dem 17. Dezember mindestens 593 Menschen auf dem Weg zu den spanischen Kanarischen Inseln, verglichen mit 210 Menschen im Jahr 2019. Über 1.000 Todesfälle wurden im gleichen Zeitraum im Mittelmeer gemeldet, darunter 739 allein im zentralen Mittelmeer. Damit bleibt das zentrale Mittelmeer die tödlichste maritime Fluchtroute der Welt.

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Photo credits: Kenny Karpov / SOS MEDITERRANEE

Neues Dossier: „Schiffbrüchige Jugend. Augenzeugenberichte von unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht“

Schiffbrüchige Minderjährige: Die Pflicht zu schützen

Fast ein Viertel der Geretteten, die SOS MEDITERRANEE an Bord seiner Schiffe Aquarius und Ocean Viking hatte, waren minderjährig. Die große Mehrheit war allein unterwegs. In unserem heute erschienenen Dossier

„Schiffbrüchige Jugend
Augenzeugenberichte von unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht – gerettet von der Aquarius und der Ocean Viking“

erzählen wir ihre Geschichten (zur vollständigen Publikation als PDF).

Sie heißen hier James, Esther, Sélim, Souleyman, Yasmine, Magdi, Youssouf, Abdo, Hamid und Yussif. Sie sind nicht nur Flüchtende, die sich auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht haben, sondern vor allem Jugendliche, die außergewöhnliche, oft sehr belastende Erlebnisse hinter sich
haben. Man darf nicht vergessen, dass sie vor allem junge Menschen sind wie in Europa oder anderswo. Sie brauchen Schutz, aufgrund ihrer Jugend, aufgrund der Tatsache, dass sie unbegleitet unterwegs sind und aufgrund der vielfältigen Gefahren, die ihnen auf dem zentralen Mittelmeer, der tödlichsten Fluchtroute der Welt drohen.

Die elementaren Menschenrechte und die Grundbedürfnisse dieser jungen Menschen, die auf ihrer Flucht, in Libyen und bei der Überquerung des Mittelmeers großer Gewalt ausgesetzt sind, müssen unter allen Umständen respektiert werden – allen voran das Recht auf Leben. Die Pflicht, einer Person in Lebensgefahr Hilfe zu leisten, sei es an Land oder auf dem Meer, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Deshalb fordert SOS MEDITERRANEE seit ihrer Gründung im Jahr 2015 den Einsatz einer Flotte europäischer, staatlicher Rettungsschiffe, welche die Menschen auf den vielen seeuntüchtigen Booten, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten, vor dem Ertrinken bewahrt.

Solange dies nicht geschieht, müssen Nichtregierungsorganisationen wie SOS MEDITERRANEE Kindern, Frauen und Männern, die unter Lebensgefahr der „lybischen Hölle“ entfliehen, zu Hilfe kommen. Wie es das internationale Seerecht vorschreibt, hat der Schutz aller Geretteten an Bord der Schiffe von SOS MEDITERRANEE bis zur Ankunft in einem sicheren Hafen oberste Priorität. Spezielle Aufmerksamkeit gilt dabei den unbegleiteten Minderjährigen, weil sie besonders gefährdet sind.

Mädchen in Rettungsdecken

Neben der Rettung und dem Schutz der Geretteten hat sich SOS MEDITERRANEE ein weiteres wichtiges Ziel gesetzt: die Augenzeugenberichte der Geflüchteten zu dokumentieren. Im Folgenden werden Ausschnitte aus den Berichten zehn junger Menschen vorgestellt. Sie wurden zwischen 2016 und 2020 aufgezeichnet und geben Einblicke in das Drama, das sich nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit vor den Toren Europas abspielt. SOS MEDITERRANEE möchte damit den auf dem Mittelmeer in Seenot geratenen Jugendlichen ein Gesicht und eine Stimme geben.

Das vollständige Dossier könnt ihr direkt anschauen, als PDF öffnen oder herunterladen:

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Titelillustration: Hippolyte
Bilder im Text: Kevin Mc Elvaney / SOS MEIDTERRANEE & Laurin Schmid / SOS MEDITERRANEE

„Für mich ist es keine Option, die Augen vor diesen Dingen zu verschließen“ – Interview mit Sonja, Übersetzerin

Sonja ist professionelle Übersetzerin und unterstützt SOS MEDITERRANEE seit Februar 2016. Mit ihren hervorragenden Französischkenntnissen und ihrer Wortgewandtheit hat sie uns schon oft den Rücken freigehalten. Nicht nur, indem sie selbst verschiedene Texte von Bord oder Publikationen übersetzt, sondern auch, indem sie die Koordination der gesamten Gruppe freiwilliger Übersetzer:innen übernimmt.

Liebe Sonja, bitte erzähl doch noch kurz von dir und wie du überhaupt zu SOS MEDITERRANEE gekommen bist?

Ich arbeite seit mittlerweile siebzehn Jahren als freiberufliche literarische Übersetzerin und gehöre in Berlin zu einem losen Zusammenschluss von Literaturübersetzer:innen, die aus dem Französischen ins Deutsche und umgekehrt übersetzen. Wir treffen uns einmal im Monat zu einem Stammtisch, um unsere Texte zu diskutieren, uns über berufliche Dinge auszutauschen und so der Isolation des Freiberuflerdaseins etwas Solidarität entgegenzusetzen. Außerdem verfügen wir über eine interne Mailing-Liste.

Über diese Liste kam 2016 die Info, SOS MEDITERRANEE sei auf der Suche nach ehrenamtlichen Übersetzer:innen. Schnell haben sich aus unserem Kreis zwei Gruppen zusammengefunden, eine für jede Sprachrichtung (Französisch / Deutsch und Deutsch / Französisch).

Als dann die ersten Übersetzungsanfragen von SOS MEDITERRANEE kamen, war schnell klar, dass es jemanden braucht, der oder die die Arbeit koordiniert, Anfragen entgegennimmt und verteilt und die Übersetzungen lektoriert. Dafür habe ich mich dann gemeldet.

Mittlerweile ist unser Pool an Übersetzer:innen stark gewachsen, es sind viele neue Leute dazugestoßen. Nicht alle sind professionelle Übersetzer:innen. In unserem Mailverteiler habe ich derzeit achtzehn Adressen (wobei nicht alle zu jedem Zeitpunkt gleich aktiv sind). Dadurch können wir Übersetzungen immer recht schnell anfertigen.

Ich hatte schon vorher begonnen, für die Seenotrettung im Mittelmeer zu spenden, und fand dann durch SOS MEDITERRANEE einen Weg, auch ganz konkrete Unterstützungsarbeit zu leisten. Ich finde es gut, dass ich mich praktisch engagieren kann, statt einfach nur Geld zu geben (obwohl ich das auch hin und wieder tue). Im Vergleich zu anderen Seenotrettungsorganisationen der europäischen Zivilgesellschaft gefällt mir an SOS MEDITERRANEE, dass es sich um eine länder- und somit auch sprachübergreifende NGO handelt.

Gibt es einen Text oder eine Situation, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Angefangen haben wir 2016 mit den Bordjournalen, den sogenannten »Logbüchern«. Auf der Aquarius mitreisende Journalist:innen aus Frankreich haben Texte verfasst, die wir dann ins Deutsche übersetzt haben. Dadurch war man irgendwie sehr nah dran an den Rettungseinsätzen, obwohl man zu Hause vorm Computer saß.

Dann kamen bald die »Testimonies« dazu, die Augenzeugenberichte der Geretteten (anfangs trugen diese Texte den Titel »Mit eigenen Worten«). Als ich zum ersten Mal einen Text über die Lager in Libyen gelesen habe, ist mir das sehr nah gegangen. Damals war noch gar nicht wirklich in den Medien darüber berichtet worden.

Ich erinnere mich zum Bespiel an die Geschichte von Albert (das ist nicht sein echter Name) vom Januar 2019, der von dem krassen Rassismus, dem schwarze Menschen in Libyen ausgesetzt sind, von Folter, Erpressung und Vergewaltigungen erzählte. Außerdem ist mir der Bericht von der Geburt eines Babys an Bord der Aquarius noch sehr gut im Gedächtnis. Das war 2018, das Kind bekam den Namen »Miracle«. Es war schön, auch mal etwas Hoffnungsvolles zu übersetzen, nicht immer nur Berichte von Gewalt und Tod.

Gerade die Texte der Geretteten, aber auch die Berichte von Rettungsteammitgliedern, sind manchmal nur schwer auszuhalten? Wie gehst du damit um?

Beim Übersetzen taucht man zwangsläufig in die Lebenswelt eines anderen Menschen ein. Wenn ich ein Buch übersetze, muss ich zum Beispiel die Gefühle und Gedanken der Romanfigur nachempfinden, um sie auf Deutsch wiedergeben zu können. Das ist bei den Berichten der Geretteten und der Mitglieder des Rettungsteams nicht anders. Natürlich lässt mich das nicht kalt.

Wenn ich Texte übersetze, die von schlimmer Gewalt erzählen, nehme ich mir besonders viel Zeit. Ich konzentriere mich dann ganz auf die Arbeit, mehr noch als sonst. Und danach mache ich nicht sofort mit was anderem weiter, sondern versuche erst einmal, mir eine kleine Auszeit zu nehmen.

Aber für mich ist es keine Option, die Augen vor diesen Dingen zu verschließen. Sie passieren, jetzt gerade in diesem Moment, und es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Denn nur wenn die Leute in Europa wissen, was auf dem Mittelmeer los ist, lässt sich vielleicht politischer Druck erzeugen, damit die Europäische Union ihrer Pflicht zur Wahrung der Menschenrechte nachkommt – allen voran das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Was wünscht du dir von Europa?

Ich wünsche mir von der europäischen Politik, dass der Schutz der universellen Menschenrechte nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Dass konkrete Schritte unternommen werden, um Menschen auf der Flucht zu schützen. Dass man die vielen Toten nicht einfach hinnimmt.

Ich finde es eine Schande, dass Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, im Mittelmeer ertrinken, obwohl das vermeidbar wäre. Und von der europäischen Bevölkerung, vor allem vom wohlhabenden Teil, wünsche ich mir eine Einsicht darin, dass unser Reichtum zu einem großen Teil auf der Ausbeutung anderer Länder beruht. Dass jeder Mensch gleich viel wert ist. Und dass alle das Recht auf ein gutes Leben haben. Kurz gesagt: Ich wünsche mir mehr internationale Solidarität.

Danke für deine Zeit, Sonja! Und an dieser Stelle auch nochmal „Danke“ an alle ehrenamtlichen Übersetzer:innen, die uns so oft – auch ad-hoc – bei unserer Arbeit unterstützen.

Photo credits: privat / das Bild zeigt den Schreibtisch von Sonja in ihrem Arbeitszimmer in Gatineau (Kanada). Sie lebt und arbeitet in Berlin und Kanada.

SOLIDARITY IS NOT ENOUGH! – Kritische Reflexionsreihe zur Situation auf dem Mittelmeer / Übersicht zu allen Veranstaltungen

Am 18. Oktober startete die „Kritische Reflexionsreihe zur Situation auf dem Mittelmeer – Solidarity is not enough!“ der Freiwilligengruppe Berlin. Bei der Auftaktveranstaltung im himmelbeet stand die „Situation Flüchtender auf dem Mittelmeer in Zeiten von Corona“ im Vordergrund. Folgeveranstaltungen für Novemberund Dezember mussten coronabedingt leider abgesagt werden. Hier haben wir alle aktuellen Termine für euch zusammengefasst. Außerdem könnt ihr nochmal nachlesen, was es mit der Reihe auf sich hat.

Weitere Veranstaltungen:
10 Januar: Workshop (Online)
24 Januar: SOS in Concert (Online-Stream)
04 Februar: White Saviorism in Sea Rescue Activism
23 Februar: Filmscreening “Exodos”

Alle Infos dazu und zu weiteren Veranstaltungen findet ihr hier (Link geht zu Facebook). Kommt rum!

Über „SOLIDARITY IS NOT ENOUGH“

Das zentrale Mittelmeer ist die tödlichste Fluchtroute der Welt. Auch, weil sich die europäischen Staaten ihrer gesetzlichen Pflicht und moralischen Verantwortung, Menschen in Seenot vor dem Tod zu bewahren, entziehen. Zivile Seenotrettungsorganisationen füllen seit Jahren diese Lücke, so auch SOS MEDITERRANEE. Menschen retten, schützen und all ihre Geschichten an eine breite Öffentlichkeit tragen, das ist unsere Mission.

Doch reicht unsere Solidarität? Diese Frage treibt Mitglieder der Freiwilligengruppe Berlin von SOS MEDITERRANEE um: „Wie können wir wirklich etwas bewegen? Wie können wir über Dinge sprechen, die wir selbst nie erlebt haben, vielleicht nie erleben werden? Welchen politischen Standpunkt nehmen wir in unserer Arbeit ein und was kann daran problematisch sein? Oder besser: Wie weiß ist unser Aktivismus?“

Die Freiwilligengruppe Berlin lädt euch ein, gemeinsam mit ihr über diese Dinge nachzudenken, zu reflektieren und zu sprechen. Es geht um Leben und Tod, Solidarität und Macht, Zivile Seenotrettung und Flucht: Willkommen zur Soli-Reihe!

Jetzt reinschauen: SOS SESSIONS Best of Volume 1

Die ersten SOS SESSIONS sollen nicht in Vergessenheit geraten.

Denn Seenotrettung ist Pflicht – auch im Mittelmeer! Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und unseren Einsatz im Mittelmeer zu unterstützen, haben viele großartige Menschen die SOS SESSIONS #TogetherForRescue möglich gemacht! Heute, am Internationalen Tag der Menschenrechte, präsentieren wir euch die eindrucksvollsten und schönsten Momente. Schaut gleich mal rein!

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Video credits: Alessandro di Martino & Festsaal Kreuzberg