Drei Fragen an Eatch Interactive – #designforgood aus Kreuzberg

Eatch ist eine Agentur für Interaktionsdesign, spezialisiert auf die Gestaltung von nutzerfreundlichen Anwendungen. Jedes Jahr unterstützt das Team aus Designern und Entwicklern mindestens ein Projekt mit gesellschaftlichem Impact. Zusammen mit SOS MEDITERRANNEE hat Eatch eine Informationsvisualisierung erstellt, die die Situation Geflüchteter auf dem Mittelmeer verdeutlicht.

 


1. Warum unterstützt Eatch SOS MEDITERRANEE?

Als wir erfuhren, dass das Rettungsschiff Aquarius am Einsatz gehindert wird, fragten wir uns, wie wir als Gestalter SOS MEDITERRANEE in dieser Situation unterstützen können. Im Gespräch mit SOS wurden uns die Schrecken, denen Menschen während der Flucht über das Mittelmeer ausgesetzt sind, in ihrer ganzen Drastik deutlich. Zudem verstanden wir, wie wenig diese Zustände medial vermittelt werden. So entstand die Idee, in einer Form zu kommunizieren, die die realen Bedingungen in den Booten verdeutlicht und gleichzeitig klar macht, was es bedeutet, wenn Rettungseinsätze ausbleiben.

 

 

 

2. Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Anstelle einer reinen Bildkampagne entschieden wir uns für die Visualisierung von Daten, um einen weiteren Zugang zum Thema zu schaffen. Zahlen und Fakten sensibilisieren für die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Flucht über den Seeweg angetreten werden muss.

Auf der Website von SOS MEDITERRANEE stellen wir Live-Wetterdaten vom Mittelmeer als Echtzeit-Animation in Form einer Welle dar. Zudem zeigen wir mittels Infografiken die massive Überbesetzung der Boote, die Gefahr des Ertrinkens oder Erstickens an Bord und die Wahrscheinlichkeit von schweren Verletzungen. So verdeutlichen wir auch, dass sich die Boote, sobald sie in See stechen, de facto in Seenot befinden und es einen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen der Sterblichkeitsrate und dem Einsatz von Rettungsschiffen gibt.

 

 

 

3. Was war bezeichnend bei der Beschäftigung mit dem Thema Seenotrettung/Flucht über das Mittelmeer?

Seit 2017 betreuen wir die Website von SOS MEDITERRANEE und vertieften uns dadurch mehr und mehr in die Thematik Seenotrettung. Mit der Zeit setzte ein Ohnmachtsgefühl ein: Wir sitzen in unserer Agentur in Berlin, während auf dem Mittelmeer Menschen sterben. Durch die Beschäftigung mit Zahlen und Statistiken ließ das Gefühl der Hilflosigkeit etwas nach. Uns wurde klar, dass die Unterstützung von Rettungsorganisationen durch Spenden tatsächlich dazu beiträgt, Menschen auf der Flucht ihr Überleben zu sichern.

 

 

Link: Website Eatch Interactive
Link: Jetzt auf dem Mittelmeer