Erneut Rettungseinsätze am Wochenende: 280 Menschen an Bord der Aquarius in Sicherheit

Trotz des einbrechenden Winters und schlechter werdenden Wetters machen sich weiterhin Menschen auf die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Italien.

Am Samstag hat SOS MEDITERRANEE bei insgesamt drei Rettungseinsätzen 280 Menschen an Bord genommen und versorgt. Viele der Geretteten mussten bei Ankunft auf der AQUARIUS medizinisch erstversorgt werden. Die Überlebenden hatten zum Teil schwere Verbrennungen und Verätzungen, dass durch das gefährliche Gemisch von Salzwasser und Benzin entsteht.

Um 04:30 Uhr am Samstagmorgen war die AQUARIUS zur Unterstützung eines Rettungseinsatzes der Organisation MOAS gerufen worden. Von einem Schlauchboot konnten 128 Flüchtlinge sicher geborgen und an Bord der AQUARIUS gebracht werden, darunter fünf schwangere Frauen und 27 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Die Mehrheit der Geretteten kommt aus Guinea und Nigeria.

Kurz darauf hat die AQUARIUS Crew bei der Evakuierung eines Holzbootes mit über 700 Menschen geholfen. Phoenix (MOAS) und Bourbon Argos (Ärzte ohne Grenzen) waren bereits vor Ort, SOS MEDITERRANEE unterstütze den Einsatz unter anderem mit dem Verteilen von Rettungswesten. Alle Überlebenden konnten sicher an Bord der Phoenix und Bourbon Argos gebracht werden.

Am späten Nachmittag nahm SOS MEDITERRANEE dann 151 Menschen an Bord, die zuvor von der Organisation Jugend Rettet gerettet worden waren. Auch unter ihnen befand sich eine große Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (39). Auch hier gehörten Guinea und Nigeria zu den Hauptherkunftsländern.

Die an Bord der AQUARIUS befindlichen Geretteten konnten inzwischen alle an die VosHestia (Save the Children) übergeben werden, die sie ans sichere italienische Festland bringen wird.
Die AQUARIUS bleibt im Einsatzgebiet, um weiterhin Leben retten zu können.

SOS MEDITERRANEE ist weiter alarmiert angesichts der steigenden Todesfälle bei der Mittelmeerüberquerung. 2016 sind bereits 4.271 Menschen beim Versuch, nach Europa zu gelangen, gestorben. So viele wie nie zuvor.

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