„Ich wollte nicht dabei zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken.“ Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE e.V.

Am 25.01.2019 war Verena Papke in der NDR Talk Show zu Gast. Dort sprach sie über ihre eigenen Erfahrungen und die aktuelle Situation im Mittelmeer. Lesen Sie hier, warum sie sich seit Jahren für die Seenotrettung und bei SOS MEDITERRANEE e.V. engagiert. 

Das Schiffsunglück vor dem italienischen Lampedusa im April 2015, bei dem mehrere hundert Menschen ertranken, war ein Schlüsselerlebnis für Verena Papke. „Wie kann es sein, dass wir den Tod von Menschen vor unserer Haustür in Kauf nehmen, wenn wir die Möglichkeit haben, ihn zu verhindern?“

Sie lernte Kapitän Klaus Vogel kennen, der mit einem großen Schiff in See stechen wollte, um Menschen auf der Flucht im Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Im Februar 2016 brach die Aquarius zu ihrem ersten Rettungseinsatz auf. Zuerst ehrenamtlich tätig, arbeitete Verena Papke bald im Bereich Kommunikation für die Organisation SOS MEDITERRANEE. Im Herbst 2017 übernahm die gelernte Politikwissenschaftlerin die Geschäftsführung. Mehrere Wochen war sie an Bord der Aquarius und erlebte sowohl die Angst vor, als auch die Erleichterung nach einer Rettung Schiffbrüchiger hautnah.

Ihre Grundhaltung, dass die Rettung von Menschen aus Seenot rechtliche und moralische Pflicht ist, wurde in dieser Zeit weiter gefestigt. Nach heftigen, politisch motivierten Angriffen im letzten Jahr musste SOS MEDITERRANEE den Einsatz des Rettungsschiffes Aquarius zum Januar 2019 einstellen. Aber Verena Papke gibt nicht auf : „Wir fahren bald wieder raus! Menschen fliehen weiterhin auf seeuntauglichen Booten vor Folter und Menschenhandel aus Libyen. Wir müssen vor Ort sein, um sie zu retten.“ SOS MEDITERRANEE hat in drei Jahren Einsatz 29.534 Menschen vor dem Ertrinken gerettet, darunter 6.508 Kinder.

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