In Sardinien gehen Gerettete der Aquarius an Land
Blogbuch #17

Auf dem Weg nach Sardinien

Heute, Donnerstag den 26. Mai, hat die AQUARIUS 388 Menschen in den Hafen von Cagliari, Sardinien gebracht. Sobald die Sonne aufgegangen war, konnten wir vom Schiff aus die sizilianische Küste erkennen. Welch eine Erleichterung für unsere Gäste an Bord nach zwei langen Tagen und Nächten, aneinandergereiht an Deck! Die Jungs auf dem Oberdeck sahen fasziniert dabei zu, wie wir uns langsam dem Küstenstrich näherten. Sie ließen die Gischt in ihr Gesicht spritzen. Die Kranken, die sich in Quarantäne befanden, waren die ersten, die von Bord gingen. Gefolgt von Baby Destiné-Alex und seinen Eltern. Dann die Schwangeren und die Frauen mit Kindern und schließlich die einzelnen Frauen, die Väter und Männer.

Unsere neuen Freundinnen und Freunde verließen einer nach dem anderen das Schiff. Sie eilten davon in ihr neues, ungewisses Leben. Überzeugt, dass es nur besser werden könne als all das, was sie zurückgelassen hatten.

Im Hafen warteten bereits Ehrenamtliche des Italienischen Roten Kreuzes und PolizistInnen der Guardia Civil auf sie. Die meisten sprachen nur Italienisch, was es den ohnehin schon mitgenommenen Asylsuchenden schwierig machte, sich zu verständigen. Nur eine Polizistin mit dunkelroten Haaren und ein paar Brocken Französisch grüßte unsere frankophonen Gäste: “Bonjour. Bienvenue. Bon courage. Bonne chance.”

Ganz gleich, welche Herausforderungen auf die Geflüchteten in den kommenden Tagen und Wochen warten; zumindest die ersten Worte, die in Europa an sie gerichtet wurden, waren freundlich.

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