gerettete Frau im Gespräch mit Mitglied des medizinischen Teams

DANKE! Mehr als 100.000 Euro Spenden für die Notversorgung geretteter Frauen

Am Weltfrauentag haben wir unsere Verdoppelungsaktion „Gemeinsam für die Notversorgung geretteter Frauen“ gestartet. Ein langjähriger Unterstützer sagte zu, alle Spenden die bis zum 4. April in einer Höhe von 40.000 Euro eingehen, zu verdoppeln.

Nicht nur 40.000 Euro, sondern ganze 61.838 wurden gespendet! Rechnen wir die 40.000 Euro drauf, dann sind wir bei unglaublichen 101.838 Euro.

An alle, die dazu beigetragen haben, unsere Posts geteilt oder gespendet haben: Ihr seid großartig. Vielen Dank für die Unterstützung!

Jetzt können wir die medizinische Notversorgung und psychische Erste Hilfe für gerettete Frauen an Bord mehr als 4 Monate lang sicherstellen.

Hintergrund

Nicht nur am Weltfrauentag sind wir mit unseren Gedanken bei Frauen auf der Flucht. Frauen wie Maimouna, die geflohen ist, um ihre kleine Tochter vor einer Genitalverstümmelung zu schützen: „Ich wollte nicht, dass sie dasselbe Schicksal erleidet wie ich.“

Der einzige Ausweg für viele Frauen und Mädchen ist die Flucht nach vorn. Aber gerade in Libyen droht weitere Gewalt.

Als ein langjähriger Unterstützer uns anbot, 40.000 Euro an Spenden zu verdoppeln, wussten wir wofür wir das Geld einsetzen möchten: Für die akute medizinische und psychologische Notversorgung von Frauen und Mädchen.

An Bord unseres Rettungsschiffes sind die Frauen und Kinder das erste Mal seit langem in Sicherheit. Nach der Rettung können sie sich in einem gesonderten Raum ausruhen. Gleich daneben befinden sich die Bordklinik und das Hebammenzimmer. Dort kann das medizinische Team – allen voran die Hebamme und die Krankenschwestern – auf die Bedürfnisse der geretteten Frauen und Mädchen eingehen.

Viele sprechen zum ersten Mal darüber, was ihnen auf ihrer Flucht widerfahren ist. Es sind Schwangerschaftstests möglich und sexuell übertragbare Krankheiten werden behandelt. Für viele Frauen, die vergewaltigt wurden, ist es wichtig zu hören, dass die Gewalt, die ihnen angetan wurde, nicht ihre Schuld ist.

Immer wieder haben wir auch Schwangere und Mütter mit neugeborenen Babys an Bord. Für die meisten Schwangeren ist es das erste Mal, dass sie einen Ultraschall machen. Viele Säuglinge werden zum ersten Mal fachmedizinisch untersucht.

Hannah, die Hebamme, die im Januar an Bord unseres Rettungsschiffes war, hat bereits in anderen Einsätzen mit Überlebenden sexualisierter Gewalt gearbeitet. Sie ist schockiert: „Ich habe noch nie in einem Kontext gearbeitet, in dem sexuelle Gewalt so weitverbreitet, systematisch und brutal ist, wie das, was diesen Frauen in Libyen widerfährt.”