Ausschiffung Geretteter von der Ocean Viking in Pozzallo

Neuigkeiten aus dem Einsatz: Ausschiffung aller Geretteten abgeschlossen

Letzte Aktualisierung am 11.08.21 um 16:27 Uhr

Zusammenfassung

Am 24. Juli hat die Ocean Viking Sizilien Richtung zentrales Mittelmeer verlassen. In der vergangenen Woche trainierte unsere Crew auf See und war in zwei Sucheinsätze involviert. Seit dem 31. Juli wurden in insgesamt sechs und teilweise kritischen Rettungseinsätzen 555 Kinder, Frauen und Männer sicher an Bord unseres Rettungsschiffes gebracht.

Der Gesundheitszustand der Geretteten an Bord verschlechtert sich von Tag zu Tag. Vier medizinische Evakuierungen waren notwendig. Nach mehreren Tagen des Wartens wird am Samstagnachmittag, dem 7. August, Pozzallo, Sizilien, als sicherer Ort zugewiesen. Am Sonntagmorgen, 8. August, trifft die Ocean Viking im Hafen von Pozzallo ein. Nach vier Tagen ist die Ausschiffung aller Geretteten am Mittwoch, dem 11. August, abgeschlossen.

Chronologie

11. August: Die Ausschiffung von 549 Überlebenden in Pozzallo, Sizilien, ist abgeschlossen. Der Vorgang hat 4 Tage gedauert. Die Geretteten haben bis zu 12 Tage auf der Ocean Viking verbracht.
Ab Donnerstag wird sich unsere Crew einer 10-tägigen Quarantäne unterziehen.

10. August: Am Morgen wurde die Ausschiffung der verbliebenen 255 Geretteten von der Ocean Viking fortgesetzt.

9. August: 197 Gerettete konnten heute die Ocean Viking verlassen, darunter Familien & Minderjährige. 255 Menschen müssen weiterhin an Bord bleiben.

8. August: Die Ocean Viking erreicht den Hafen von Pozzallo. Bis zum Abend konnten 97 Gerettete – darunter unbegleitete Minderjährige und Menschen, die eine medizinische Versorgung benötigen – von Bord gehen.

7. August: Erleichterung für 549 Überlebende auf der Ocean Viking: Sie können morgen in Pozzallo, Sizilien von Bord gehen.

6. August: Nach einer schwierigen Nacht mit hohem Wellengang und Seekrankheit unter den Geretteten, fehlt weiterhin jede Information, wann die Menschen endlich von Bord gehen können.

Der Gesundheitszustand der Geretteten verschlechtert sich stündlich:

  • Wundinfektionen, allgemeine Schmerzen, Schwäche und Kopfweh nehmen zu.
  • Seekrankheit führt zu Flüssigkeitsverlust & Schwierigkeiten bei Nahrungsaufnahme.
  • Schwangere Frauen werden von Tag zu Tag schwächer.
  • Fast alle Kinder leiden an Bauchschmerzen, Erbrechen & Appetitlosigkeit.

Die Überlebenden müssen dringend an einem sicheren Ort an Land gehen!

5. August: Über den Tag verschärft sich die Situation an Bord.

Zwei Frauen, eine gemeinsam mit ihrem 8jährigen Kind, müssen aus medizinischen Gründen evakuiert werden. Sie wurden an ein Patrouillenschiff der italienischen Küstenwache übergeben, das sie nach Lampedusa bringt.

Angesichts anhaltender Hitze und aufgrund des Platzmangels nehmen die Spannungen sowie psychische Belastung der Überlebenden zu. Viele Kinder klagen über Bauchschmerzen, Schwäche, Kopfweh und Appetitlosigkeit.

Am Abend verschlechtert sich das Wetter und die Sorge um die Menschen, die teilweise schon fünf Tage an Bord sind, wächst.

3. August: Eine schwangere Frau musste dringend medizinisch evakuiert werden. Sie und ihr Partner wurden auf ein Schiff der italienischen Küstenwache gebracht.

2. August: Mit zunehmendem Seegang und bei drückender Hitze verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Geretteten auf der Ocean Viking.

Francisca, Leiterin des medizinischen Teams erklärt: „Viele leiden unter Seekrankheit. Einige sind aufgrund der Hitze und der Tortur, die sie durchlebt haben, auf dem Deck in Ohnmacht gefallen. Manche haben sich bei der Überfahrt Verletzungen zugezogen, viele haben Schmerzen. Wir behandeln und überwachen die Patienten, aber alle Geretteten müssen schnellstmöglich an einem sicheren Ort von Bord gehen.“ Wir haben bei allen zuständigen Seebehörden die Zuweisung eines sicheren Orts beantragt.

1. August: Crew der Ocean Viking rettet 106 Menschen aus einem Holzboot, das in der maltesischen Rettungszone in Seenot geraten war. Der Seenotfall wurde zuerst von der Crew der SeaWatch3 gesichtet. Der jüngste Überlebende ist erst 3 Monate alt. Unser Team kümmert sich jetzt um 555 Gerettete.

Nacht vom 31. Juli auf 1. August: Die ganze Nacht waren wir zusammen mit den Organisationen Seawatch und ResqShip in die kritische Rettung von ~400 Menschen aus einem großen Holzboot eingebunden, das voll Wasser lief.

Die Geretteten werden jetzt auf der Ocean Viking und der Sea Watch3 versorgt.
Insgesamt befinden sich jetzt 449 Gerettete an Bord.

31. Juli: Insgesamt werden 196 Menschen in vier Einsätzen von unserer Crew gerettet.

Vierter Einsatz: 21 Gerettete, davon sieben Frauen und 3 Minderjährige werden von einem Holzboot in internationalen Gewässern vor Libyen gerettet. Die Crew der Ocean Viking wurde durch das Flugzeug Seabird von Seawatch auf den Seenotfall aufmerksam gemacht.

Dritter Einsatz: Am späten Nachmittag werden 64 Menschen aus einem in Seenot befindlichen Holzboot gerettet.

Zweiter Einsatz: Mittags werden 54 Menschen aus einem Schlauchboot in Sicherheit gebracht. Vor allem die Frauen waren erschöpft. Einige der Geretteten litten unter Treibstoffverbrennungen.

Erster Einsatz: Am Morgen werden 57 Menschen aus einem von der Brücke gesichteten Schlauchboot in internationalen Gewässern im libyschen Such- und Rettungsgebiet gerettet. Unter ihnen befinden sich acht Frauen, elf Minderjährige, davon fünf Kinder unter 12 Jahren.

30. Juli: Die Crew der Ocean Viking suchte im libyschen Such- und Rettungsgebiet nach einem Seenotfall. Unsere Crew sichtete die libysche Küstenwache in der Region. Seabird bestätigte später, ein kaputtes Schlauchboot in der Nähe der Ölplattform Sabratha gesehen zu haben.

Bei unserer Abend-Patrouille passierte die libysche Küstenwache mit Überlebenden die Ocean Viking. Wir müssen davon ausgehen, dass weitere Männer, Frauen & Kinder unrechtmäßig in das unsichere Libyen gebracht wurden, wo ihnen Misshandlungen und willkürliche Inhaftierung drohen.

26. Juli: Unsere Crew suchte gestern Nacht im maltesischen Such- und Rettungsgebiet nach einem von AlarmPhone gemeldeten Boot, ohne dass Behörden uns informierten.
Medienberichte deuten darauf hin, dass die Menschen gerettet wurden, aber ohne Koordinierung werden zivile NGOs im Ungewissen gelassen.

Weitere Informationen zu unserem Einsatz findet ihr bei Twitter oder auf unserem Online-Logbuch. Über unseren Newsletter erhaltet ihr regelmäßig Neuigkeiten zu unserer lebensrettenden Arbeit im zentralen Mittelmeer.

Fotonachweise: Flavio Gasperini / SOS MEDITERRANEE