AQUARIUS: Einziges ziviles Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer in Wintermonaten

28. November 2016


Die AQUARIUS wird das einzige zivile Rettungsschiff sein, das auch den Winter über im zentralen Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken rettet. Nach aktuellem Stand werden alle anderen zivilgesellschaftlichen Rettungsorganisationen das Einsatzbegiet im Laufe des nächsten Monats verlassen. Die Mehrheit der Schiffe ist für die Einsätze in den kalten Wintermonaten bei rauer See nicht geeignet. Anders die AQUARIUS, die darüber hinaus bis zu 600 Menschen gleichzeitig an Bord versorgen kann. Damit stellt SOS MEDITERRANEE das größte und einzige von der Zivilgesellschaft getragene Rettungsschiff im Winter für die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer zur Verfügung. Zusätzliche Umbaumaßnahmen an Deck sowie im Schiffsinneren bereiten auf den Wintereinsatz vor.

Trotz des zunehmend schlechter werdenden Wetters machen sich nach wie vor fast täglich überbesetzte Boote von der libyschen Küste auf den Weg nach Europa. SOS MEDITERRANEE geht daher davon aus, dass die Menschen auch über die Wintermonate weiter flüchten werden und der Einsatz im Mittelmeer notwendig bleibt. Zugleich bergen die Rettungseinsätze aufgrund der sich verschlechternden Wetterlage auch neue Schwierigkeiten und Gefahren für die Crew von SOS MEDITERRANEE. Erst letzte Woche kam es zu einem tragischen Rettungseinsatz, bei dem die Crew der AQUARIUS in letzter Minute 114 Flüchtende von einem bereits sinkenden Boot gerettet hat. Für sechs Menschen kam jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot geborgen werden.

2016 sind laut Schätzungen des UNHCR fast 5.000 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers umgekommen – so viele wie nie zuvor. „Weil es keine sicheren Alternativen zu der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gibt, sterben dort immer noch hunderte Menschen“, erklärt Klaus Vogel, Gründer von SOS MEDITERRANEE. „Wir begreifen unseren Einsatz im Mittelmeer als humanitäre Verpflichtung. Wir dürfen niemals zulassen, dass Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. Doch Such- und Rettungseinsätze sind nicht genug. Die Menschen brauchen sichere Wege nach Europa. Das ist der einzige Weg, um das Sterben auf See zu beenden.“

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Photo credit: Johannes Moths