Seerecht muss eingehalten werden – Pressemitteilung zum offenen Brief an Minister Seehofer und Barley

Pressemitteilung
Berlin, 31.01.2019


Offener Brief von rund 40 Organisationen an Minister Seehofer und Barley zur Seenotrettung im Mittelmeer

EU muss aus Seenot gerettete Menschen schnell und geregelt an Land gehen lassen, Seerecht muss eingehalten werden

In einem offenen Brief haben rund 40 Organisationen die europäischen Innen- und Justizminister aufgefordert, endlich eine stabile Regelung für aus Seenot gerettete Flüchtlinge zu schaffen. Unter anderem müssen Überlebende unverzüglich an einem sicheren Ort an Land gehen können. Zu den Unterzeichnern gehören auch die humanitären Organisationen SOS MEDITERRANEE, Oxfam und Ärzte ohne Grenzen. In Deutschland richten sie ihre Forderungen an Innenminister Horst Seehofer und Justizministerin Katarina Barley. Beide müssen sich auf EU-Ebene endlich effektiv dafür einsetzen, dass Seenotretter nicht vom Retten abgehalten werden sowie Gerettete in einen sicheren Hafen gelassen und nicht wochenlang auf offener See festgehalten werden. „Hier wird Seerecht mit Füßen getreten und das auf Kosten von Menschen in Not“, sagt Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE in Deutschland.

„Die europäischen Staaten, allen voran Deutschland, müssen sich öffentlich und mit klarem Kurs zu einem Europa der Menschlichkeit und der Rechtsstaatlichkeit bekennen. Geltendes Recht wie die Pflicht zur Seenotrettung muss endlich auch im Mittelmeer wieder eingehalten werden“, sagt Seenotretterin Verena Papke. „Der offene Brief, getragen von einem breiten Bündnis, zeigt wie groß der Rückhalt in der Zivilgesellschaft für die Seenotrettung von Geflüchteten und wie groß die Sorge über die jetzigen politischen Zustände sind. Wir wollen kein Europa, an dessen Außengrenzen Menschen auf der Flucht vor Folter und Menschenhandel ertrinken. Das Sterbenlassen muss ein Ende haben!

Demnach müssen die europäischen Staaten umgehend eine verlässliche und menschliche Lösung für das Anlanden von Geretteten finden. Außerdem müssen sie endlich ein gemeinsames Seenotrettungsprogramm etablieren.

Photo Credits: Narciso Contreras / SOS MEDITERRANEE

Den offenen Brief finden Sie hier.

Für Interviews und Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

Barbara Hohl | E-Mail : b.hohl@sosmediterranee.org