[Statement] SOS MEDITERRANEE verurteilt das politische Manöver der Regierung Gibraltars, unseren Such- und Rettungseinsatz zu behindern

SOS MEDITERRANEE, die die Aquarius gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betreibt, hat in den vergangenen zwei Jahren alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt, die sich aus den Zuständigkeiten des Flaggenstaates Gibraltar ergaben. Dasselbe gilt für alle technischen Kontrollen im Hinblick auf die Sicherheit des Schiffes. Mängel wurden nie vermeldet.

Obwohl die Aquarius in den letzten zweieinhalb Jahren mehr als 200 Such- und Rettungseinsätze in vollständiger Transparenz durchgeführt und regelmäßig alle zuständigen Behörden informiert hat, unternimmt die gibraltarische Seebehörde nun den Versuch, ein politisches Manöver hinter einer haltlosen Behauptung zu verschleiern:

  1. Indem sie vorgibt, dass gesonderte Genehmigungen erforderlich seien, um Rettungseinsätze durchzuführen. Das Prinzip der Seenotrettung ist übergreifend und universal, und trifft auf alle Flaggen, alle Schiffe und auf alle Meere zu. Zudem sind alle Einsätze der Aquarius stets in strikter Übereinstimmung mit dem Seerecht und den zuständigen Seebehörden durchgeführt worden.
  2. Indem sie einen künstlichen Unterschied zwischen einem „Vermessungsschiff“- und einem „Rettungsschiff“ macht. Dieser Unterschied beruht auf keiner technischen Grundlage. Die Aquarius wurde von den zuständigen Behörden, die selbst in mehreren Fällen Gerettete an die Aquarius übergeben haben, stets als für die Seenotrettung gut geeignet befunden. Darüber hinaus hat die gibraltarische Seebehörde selbst die Aquarius als Rettungsschiff bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) registriert.
  3. Indem sie widersprüchlicherweise vorgibt, sich um das Schicksal der 141 Menschen an Bord der Aquarius zu sorgen und auf die Verpflichtungen der Küstenstaaten des zentralen Mittelmeeres verweist, gleichzeitig aber mit diesem Schritt inmitten eines laufenden Rettungseinsatzes der Aquarius die unverzügliche Schutzgewährung der Überlebenden beeinträchtigt.

Die Aquarius und ihr Reeder standen in Kontakt mit der gibraltarischen Seebehörde, um auf ihre missbräuchliche Argumentation zu reagieren. Die Veröffentlichung einer Pressemitteilung ist Zeichen des bewussten Willens, die Rettungseinsätze der Aquarius, eines der letzten zivilen und humanitären Rettungsschiffe im Mittelmeer, zu stoppen.

SOS MEDITERRANEE steht unter strikter Einhaltung der Gesetze und Vorschriften, die im Mittelpunkt seiner Mission stehen, weiterhin für eine offene, transparente und faire Diskussion mit der gibraltarischen Seebehörde zur Verfügung.