Titelbild zur SOS MEDITERRANEE Publikation Schiffbrüchige Jugend

Dossier „Schiffbrüchige Jugend. Augenzeugenberichte von unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht.“

Schiffbrüchige Minderjährige: Die Pflicht zu schützen

Fast ein Viertel der Geretteten, die SOS MEDITERRANEE an Bord seiner Schiffe Aquarius und Ocean Viking hatte, waren minderjährig. Die große Mehrheit war allein unterwegs. In unserem heute erschienenen Dossier

„Schiffbrüchige Jugend
Augenzeugenberichte von unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht – gerettet von der Aquarius und der Ocean Viking“

erzählen wir ihre Geschichten (zur vollständigen Publikation als PDF).

Sie heißen hier James, Esther, Sélim, Souleyman, Yasmine, Magdi, Youssouf, Abdo, Hamid und Yussif. Sie sind nicht nur Flüchtende, die sich auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht haben, sondern vor allem Jugendliche, die außergewöhnliche, oft sehr belastende Erlebnisse hinter sich haben. Man darf nicht vergessen, dass sie vor allem junge Menschen sind. Sie brauchen Schutz, aufgrund ihrer Jugend, aufgrund der Tatsache, dass sie unbegleitet unterwegs sind und aufgrund der vielfältigen Gefahren, die ihnen auf dem zentralen Mittelmeer, einer der tödlichsten Fluchtrouten der Welt, drohen.

Die elementaren Menschenrechte und die Grundbedürfnisse dieser jungen Menschen, die auf ihrer Flucht, in Libyen und bei der Überquerung des Mittelmeers großer Gewalt ausgesetzt sind, müssen unter allen Umständen respektiert werden – allen voran das Recht auf Leben. Die Pflicht, einer Person in Lebensgefahr Hilfe zu leisten, sei es an Land oder auf dem Meer, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Deshalb fordert SOS MEDITERRANEE seit der Gründung im Jahr 2015 den Einsatz einer Flotte europäischer, staatlicher Rettungsschiffe, welche die Menschen auf den vielen seeuntüchtigen Booten, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten, vor dem Ertrinken bewahrt.

Solange dies nicht geschieht, müssen Nichtregierungsorganisationen wie SOS MEDITERRANEE Kindern, Frauen und Männern, die unter Lebensgefahr der „libyschen Hölle“ entfliehen, zu Hilfe kommen. Wie es das internationale Seerecht vorschreibt, hat der Schutz aller Geretteten an Bord der Schiffe von SOS MEDITERRANEE bis zur Ankunft in einem sicheren Hafen oberste Priorität. Spezielle Aufmerksamkeit gilt dabei den unbegleiteten Minderjährigen, weil sie besonders gefährdet sind.

Mädchen in Rettungsdecken

Neben der Rettung und dem Schutz der Geretteten hat sich SOS MEDITERRANEE ein weiteres wichtiges Ziel gesetzt: die Augenzeugenberichte der Geflüchteten zu dokumentieren. Im Folgenden werden Ausschnitte aus den Berichten zehn junger Menschen vorgestellt. Sie wurden zwischen 2016 und 2020 aufgezeichnet und geben Einblicke in das Drama, das sich nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit vor den Toren Europas abspielt. SOS MEDITERRANEE möchte damit den auf dem Mittelmeer in Seenot geratenen Jugendlichen ein Gesicht und eine Stimme geben.

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Titelillustration: Hippolyte
Bilder im Text: Kevin Mc Elvaney / SOS MEIDTERRANEE & Laurin Schmid / SOS MEDITERRANEE