Gerettete werden auf Rhib zum Rettungsschiff Ocean Viking gebracht

Zum sechsten Gründungstag von SOS MEDITERRANEE: Unser Jahresbericht 2020 ist da!

Heute vor sechs Jahren, am 9. Mai 2015, dem „Europatag“, wurde die europäische Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE von Bürgerinnen und Bürgern in Berlin gegründet, initiiert von dem Kapitän Klaus Vogel. Sie wollten dem Sterben auf dem Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen.

Zum sechsten Jahrestag unserer Gründung blicken wir zurück auf das vergangene Jahr. In unserem Jahresbericht 2020 erzählen Seenotretter von den Einsätzen der Ocean Viking unter strengen COVID-19-Hygienemaßnahmen, von der politisch motivierte Festsetzung ziviler Rettungsschiffe ab dem Sommer sowie den dramatischen Folgen für schutzsuchende Menschen.

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2020 war ein besonders schwieriges Jahr für die zivile Seenotrettung. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unsere Arbeit auf See und an Land haben uns vor neue Herausforderungen gestellt. Zusätzlich wurden Rettungsschiffe ab dem Sommer unter fadenscheinigen Begründungen festgesetzt. Auch die Ocean Viking. Gleichzeitig blieb vielen Menschen trotz Pandemie kein anderer Ausweg, als die Flucht über das zentrale Mittelmeer. Mindestens 983 Kinder, Frauen und Männer haben 2020 ihr Leben verloren oder gelten als vermisst.

Pandemie und Blockade

In unserem 50-seitigen Jahresbericht zeichnen wir die Ereignisse des vergangenen Jahres und unsere Aktivitäten in diesem Ausnahmejahr nach. Till Rummenhohl – Vorstandsmitglied, Schiffbauingenieur und Crewmitglied auf der Aquarius – beschreibt, wie unsere Einsätze durch die Pandemie eingeschränkt wurden. Christine – Krankenschwester an Bord der Ocean Viking – erklärt, wie Rettungen dank strengster Hygienevorschriften möglich waren. Und Jana Ciernioch – politische Referentin in der Berliner Geschäftsstelle – ordnet die behördlichen Festsetzungen von Rettungsschiffen in die zahlreichen politisch motivierten Blockadeversuche ziviler Seenotrettung ein. Außerdem beschreiben wir in einer Chronologie die wichtigsten Ereignisse seit der Gründung unserer europäischen Organisation 2015.

Laut sein für die Seenotrettung

Wir stellen das im Herbst veröffentlichte Dossier „Schiffbrüchige Jugend“ vor. Es schildert anhand vieler Zitate von Jugendlichen die Erfahrungen unbegleiteter Minderjähriger auf der Flucht. Unser Report „Völkerrecht über Bord“ vom Juni 2020 beschreibt, wie die europäischen Staaten die Verantwortung zur Seenotrettung auslagern. Stattdessen wird die völkerrechtswidrig handelnde und dysfunktionale libysche Küstenwache ausgebildet und finanziert. Die darin analysierte seit Jahren anhaltende Untätigkeit der europäischen Staaten haben wir zum Anlass genommen, die Petition „Seenotrettung jetzt!“ an Außenminister Heiko Maas zu initiieren. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft war die Möglichkeit, auf ein europäisches Seenotrettungsprogramm hinzuwirken.

Was wir sonst noch alles an Land auf die Beine gestellt haben – neue Formate, weitere Freiwilligengruppen und das Online-Kulturevent SOS SESSIONS mit vielen Promis – könnt ihr detailliert im Jahresbericht nachlesen. Wie wir eure Spenden eingesetzt haben und wie vielfältig unsere Unterstützer*innen sind, darf natürlich nicht fehlen.

Neugierig geworden?
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