Unklarheit in der Koordination bei Rettungseinsätzen im Mittelmeer bringt Flüchtende in Gefahr – SOS MEDITERRANEE Deutschland wird drei Jahre alt

Pressemitteilung
Berlin, 09. Mai 2018


Die Unklarheit in der Koordination von Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer und die zunehmende Präsenz der libyschen Küstenwache bringen Flüchtende in Gefahr. Wegen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Behörden in Italien und Großbritannien mussten 105 Flüchtende mehr als drei Tage auf dem Mittelmeer ausharren.

Behinderung der Rettungsarbeiten im Mittelmeer

Dass die lebensrettende Arbeit der humanitären Helfer*innen im Mittelmeer zunehmend erschwert wird, zeigen die Einsätze der letzten Tage. Am Sonntag, den 06. Mai, hat das Team der Aquarius zunächst beobachten müssen, wie die libysche Küstenwache erneut Flüchtende auf hoher See abgefangen und zurück nach Libyen gebracht hat, wo sie schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Wenig später hatte die spanische NGO Proactiva Open Arms 105 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Diese mussten mehr als 30 Stunden an Bord des Rettungsschiffs Astral ausharren, bis die italienische Seenotleitstelle Montagabend schließlich die Erlaubnis erteilte, die Geflüchteten zur besseren Versorgung an Bord der Aquarius von SOS MEDITERRANEE zu bringen. Auf die Zuweisung eines sicheren Hafens musste die Aquarius noch einmal bis Dienstagabend warten. Die Aquarius fährt unter gibraltarischer Flagge. Italien bat erstmals die britischen Behörden, die Koordination und Benennung eines Hafens zu übernehmen, an dem die Aquarius mit den Geflüchteten einlaufen durfte.

Menschlichkeit auf See verteidigen

Die aktuellen Unklarheiten bei der Koordination von Rettungseinsätzen im Mittelmeer sind die Folge davon, dass Europa seine Grenzkontrolle ins Mittelmeer auslagert. Hunderte Flüchtlinge mehrere Tage auf dem Meer ausharren zu lassen, ist nicht hinnehmbar. Europa muss das regeln“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Deutschland.

Weitere Informationen zu den Einsätzen der vergangenen Tage folgen im Laufe des Tages.

Feier zum dreijährigen Vereinsjubiläum am 23. Juni in Berlin

Heute vor drei Jahren – am Europatag – hat sich SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V. gegründet. In Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen sowie den Partnervereinen in Frankreich, Italien und der Schweiz ist die maritim-humanitäre Organisation seit über zwei Jahren mit dem Rettungsschiff Aquarius im Mittelmeer im Dauereinsatz.

Anlässlich des dreijährigen Vereinsbestehens lädt SOS MEDITERRANEE Deutschland unter dem Motto „Wellen schlagen für mehr Menschlichkeit auf See“ Interessierte am 23. Juni in die Malzfabrik Berlin. Presseakkreditierung bitte bei Jana Ciernioch (j.ciernioch@sosmediterranee.org).

Mit der Bitte um Veröffentlichung.

 

Pressekontakt:

Jana Ciernioch, SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V., j.ciernioch@sosmediterranee.org, +49 173 4071721

Photo credit: Anthony Jean / SOS MEDITERRANEE