Unser Einsatz

Für die Rettung auf See braucht es ein hochseetaugliches und robustes Schiff.

Am 26.02.2016 hat SOS MEDITERRANEE den Einsatz auf der tödlichsten Seeroute der Welt – zwischen Libyen und Italien – mit der Aquarius aufgenommen, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Dabei konnten in 250 Rettungseinsätzen 29.523 Männer, Frauen und Kinder an Bord willkommen geheißen und versorgt werden.

Seit Beginn unseres Einsatzes weisen wir die Zivilgesellschaft, Medien und Politiker*innen immer wieder auf die erschreckenden Aussagen von Überlebenden hin, die aus Libyen geflohen sind. Während der zweieinhalbjährigen Mission mit unserem ehemaligen Rettungsschiff, der Aquarius, sind mehr als 170 internationale Journalist*innen an Bord gegangen. Dabei sind Hunderte von Artikeln, Porträts, Berichten und Dokumentationen entstanden, die den Menschen – Geretteten und Retter*innen gleichermaßen – ein Gesicht geben und die Lage im Mittelmeer bezeugen.

In den letzten Monaten war SOS MEDITERRANEE vermehrt gezielten politischen Angriffen auf unsere lebensrettende Arbeit ausgesetzt; zuletzt: die Forderung der italienischen Behörden, die Aquarius präventiv zu beschlagnahmen. Um baldmöglichst ins Rettungsgebiet zurückkehren zu können, hat sich SOS MEDITERRANEE im Dezember 2018 deshalb entschieden, die Charter der Aquarius zu beenden (hier erfahren Sie mehr).

An unserer Mission, Leben zu retten und über die humanitäre Tragödie an Europas Grenzen zu berichten, hat sich nichts geändert! Mit Hochdruck sind wir auf der Suche nach einem passenden Schiff. Und: Wir schauen auch weiter hin. Wir dokumentieren die Situation im Mittelmeer und setzen uns auf allen Ebenen aktiv für eine professionelle Seenotrettung ein. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Maße
Länge 77 m/Breite 11.7 m/Tiefgang 5.6 m

Crew
10 Personen Nautische und Technische Besatzung; 12 Personen Rettungs- und Medizinische Besatzung

Rettungskapazität
200 – 550 Personen

Kosten/Tag
11.000 €

Bis Mai 2018 hat uns die italienische Seenotleitstelle MRCC Rom über Boote in Seenot informiert und unser Schiff daraufhin mit der Rettung beauftragt. Seit Italien die Verantwortung für die Koordination von Rettungen in internationalen Gewässern im zentralen Mittelmeer an Libyen übergeben hat, waren wir bei der Suche nach Booten in Seenot komplett auf das Team der Aquarius und andere zivile Schiffe und Aufklärungsflugzeuge wie z.B. die „Moonbird“ von Sea Watch angewiesen. Von staatlicher, sprich libyscher Seite, erhielten wir äußerst wenig bis gar keine Informationen über in Seenot geratene Menschen.

Wurde ein in Seenot geratenes Boot lokalisiert, begab sich die Aquarius zum Einsatzort und begann in Koordination mit der zuständigen Seefahrtbehörde mit der Rettung. Das Rettungsteam näherte sich mit den Beibooten dem betroffenen Boot und nahm Kontakt mit den Menschen an Bord auf. Nachdem an alle Rettungswesten verteilt wurden, begann unser Team, die Menschen in kleinen Gruppen an Bord der Beiboote zu nehmen. Medizinische Notfälle werden zuerst evakuiert. Anschließend Kinder und Frauen und dann Männer. Unser Partner „Ärzte ohne Grenzen“ stellte die medizinische Versorgung sicher, bis die Aquarius einen sicheren Hafen erreichte und die Geretteten von Bord gehen konnten.